Die in Steinhausen ansässige Stiftung Eichholz wird ins heutige Swisshotel Zug ziehen

Nach fast 50 Jahren wird die Stiftung aus Steinhausen ihren Standort an der Eichholzstrasse verlassen.

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Der Hotelbetrieb wird Ende Jahr eingestellt. Die Immoblie wird zum neuen Domizil der Stiftung Eichholz.

Der Hotelbetrieb wird Ende Jahr eingestellt. Die Immoblie wird zum neuen Domizil der Stiftung Eichholz.

Bild: PD

Die Stiftung Eichholz aus Steinhausen wird im September 2021 offiziell ihren Standort wechseln. Nach fast 50 Jahren wird die sozialpsychiatrische Institution das Wohnquartier Eichholz verlassen und mit aktuell 39 Bewohnern mit psychischen Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen an die Chollerstrasse 1A in Zug ziehen.

Bis Ende Jahr wird noch das Swisshotel Zug der Anglo Swiss Hotel GmbH in der Immobilie sein. Danach läuft der Pachtvertrag des Hotelier-Ehepaars, Andrea und Philip C. Brunner, ab und sie stellen den Hotelbetrieb nach über 20 Jahren ein. Laut der Stiftung entsprach das bisherige Gebäude an der Eichholzstrasse schon seit längerem nicht mehr den Wohn- und Lebensstandards. «Die Zimmer der Bewohner verfügen über keine Nasszellen, ausserdem sind nicht genügend Aufenthalts- und Rückzugsräume vorhanden», sagt die Stiftungspräsidentin Theres Arnet-Vanoni.

Ein Neu- oder Umbau wäre zu teuer geworden

Der Anspruch an die Betreuung der Bewohner durch pädagogisches und psychiatrisches Fachpersonal sei in den letzten Jahren stark gestiegen, wodurch auch die Anzahl der Mitarbeitenden anstieg. Ebenfalls herrschen Mängel bei den baulichen Vorgaben des Brand- und Arbeitsschutzes. Deswegen bot sich das neue Gebäude ideal an.

«Nebst den Zimmern mit Nasszellen und allgemein mehr Platz für Bewohner und Personal erlaubt uns das Gebäude verschiedene Wohnformen wie Wohngemeinschaften, Einzelzimmer oder Studios», so Arnet-Vanoni. Die Ausrichtung des Kantons für mehr Selbstbestimmung der Bewohner erfordere verschiedene Wohnformen. Dies sei so von der UN-Behindertenrechtskonvention und vom kantonalen Projekt «InBeZug», das sich für zeitgemässe Unterstützung für Zuger mit Behinderung einsetzt, vorgegeben.

Weiter ermögliche der neue Standort ein erweitertes Beschäftigungsangebot für die internen und externen Klienten, weil er zentral gelegen ist, gute Verkehrsverbindungen biete und das Choller-Erholungsgebiet in direkter Nähe ist. Ursprüngliche Pläne von einem Neu- und Umbau des Gebäudes in Steinhausen seien wegen zu hoher Investitionskosten und wirtschaftlicher Überlegungen verworfen worden, so Arnet-Vanoni.

Der Einzug in die jetzigen Swisshotel-Räumlichkeiten stelle die nachhaltigste und sinnvollste Lösung dar. «Rund drei Millionen Franken werden für das Projekt über die Bank finanziert, der Rest aus Eigenmitteln der Stiftung», so Arnet-Vanoni weiter. Zusätzlich biete die Anmietung der Räumlichkeiten an der Chollerstrasse einen grösseren Spielraum. Laut der Institution stehe in Zukunft die Idee im Raum, einen Restaurationsbetrieb zu etablieren, um so geschützte Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Aussenwohngruppe bleibt in Steinhausen

Den Bewohnern sei es wichtig, dass alle am gleichen Standort ihr neues «Zuhause» haben. «Sie freuen sich sehr auf mehr Wohnqualität», sagt die Präsidentin. Das Projekt Aussenwohngruppe, das seit 2017 besteht und ausgewählten Bewohnern die Möglichkeit bietet selbstständiger in einer auswärtigen Wohnung den Alltag zu gestalten, werde weiterhin am Standort in Steinhausen bleiben. Man sei bei der Planung des Umbaus. Mit der Sanierung soll im Januar 2021 gestartet werden. Für die weitere Nutzung des Gebäudes an der Eichholzstrasse soll bis zum Auszug im September 2021 in Zusammenarbeit mit dem Kanton, dem das Land gehört, eine nachhaltige Lösung gefunden werden.