Die International School of Zug and Luzern und die Baarer Stiftung Don Bosco arbeiten wieder zusammen

Nach einem Hin und Her haben sich die beiden Organisationen zusammengerauft. Sie entwickeln das Schulareal im Gebiet Walterswil gemeinsam weiter.

Carmen Rogenmoser
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René Zihlmann (links) und Paul Langenegger von der Stiftung Don Bosco posieren gemeinsam mit Barry Dequanne, Direktor der International School of Zug and Luzern.

René Zihlmann (links) und Paul Langenegger von der Stiftung Don Bosco posieren gemeinsam mit Barry Dequanne, Direktor der International School of Zug and Luzern.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 5. Juni 2020)

Eine neue Strasse soll den Anfang des Umbauprojekts der International Schools of Zug in Luzern (ISZL) am Standort Walterswil in Baar markieren. Sie bildet nicht nur den Startpunkt der Umsetzung der von langer Hand geplanten Arbeiten, sondern auch die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit der ISZL mit der Stiftung Don Bosco. Seit den 1990er Jahren ist die internationale Privatschule in den Räumlichkeiten der Stiftung eingemietet. Die Zahl der Schüler ist von anfänglich 250 auf rund 800 angestiegen. Der Platz ist knapp. Der notwendige Ausbau der Schule wurde von den beiden Parteien gemeinsam geplant.

Als Resultat entstand ein Bebauungsplan, der 2016 rechtskräftig wurde. Umgesetzt wurde er aber noch nicht. Die Schule entschied sich für einen anderen Weg. Im Juli 2017 genehmigte der Stiftungsrat der ISZL den Kauf der an den Campus angrenzenden Trumpf-Liegenschaft, überzeugt, dass dies Möglichkeiten zur Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten bietet. Damit wurde die Stiftung Don Bosco vor vollendete Tatsachen gestellt. Anfang diesen Jahres kam es zur Kehrtwende. Das Trumpf-Gebäude wurde verkauft.

Jetzt sitzen die Parteien wieder an einem Tisch – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Kürzlich informierten sie gemeinsam über den Stand der Planung bezüglich des Ausbaus der Schule. René Zihlmann und Peter Langenegger vertreten als Präsident, respektive Vizepräsident, die Stiftung Don Bosco, Stefan Dittli ist Betriebsleiter der ISZL.

«Es war nicht immer einfach»,

gibt er gleich zu Beginn zu und ergänzt: «Nun sind wir auf einem guten Weg.» Zum Verkauf des Gebäudes der Liegenschaft sagt er: «Die Schule ist mit einem blauen Auge davon gekommen.» Es habe zu einem fairen Preis veräussert werden können. Einen konkreten Betrag nennt Dittli nicht, genauso wenig wie er verrät, wer das Gebäude übernommen hat. Es bestehe aber bereits ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen den neuen Besitzern, der Schule und der Stiftung.

Die Profile für die neue Erschliessungsstrasse zum Schulcampus sind erstellt.

Die Profile für die neue Erschliessungsstrasse zum Schulcampus sind erstellt.

Bild: Stefan Kaiser (27. Mai 2020)

Stefan Dittli ist erst seit gut einem halben Jahr bei der ISZL. Ein Vorteil, wie er findet. «Ich konnte ohne Vorgeschichte an die Sache gehen.» Die Parteien fanden sich wieder und der Fokus liegt nun ganz klar auf der Zukunft. So wurde die Zusammenarbeit der Stiftung und der ISZL bis ins Jahr 2028 verlängert. Momentan finden Gespräche statt, um diesen Zeithorizont zu verlängern. «Das ist eine wichtige Basis für beide Parteien», so Dittli. Auch, was die Weiterentwicklung des Bebauungsplans angeht. «Wir entscheiden über die nächsten Schritte gemeinsam.»

Ein neues Schulhaus als zweite Bauetappe

Nach der neuen Erschliessungsstrasse, die das Verkehrsproblem beim Bringen und Holen der Schüler beenden soll, sind als zweite Etappe die Provisorien der Schule an der Reihe. «Beide Punkte sind Vorgaben der Gemeinde, denen wir nachkommen müssen und wollen», führt Paul Langenegger aus. Die Provisorien sollen endlich einem definitiven Bau weichen. Das neue Schulhaus kommt am Ende der geplanten Teilstrasse, die beim neuen Sportplatz endet, zu stehen. In einer weiteren Etappe wird die neue Strasse durch das Areal verlängert. Der Aspentöbelibach, der momentan kanalisiert unter dem Campus durchfliesst, wird zurück an die Oberfläche geholt und renaturiert.

Involviert in die Planung sind auch der Kanton Zug und die Gemeinde Baar. «Wir sind hier in der ‹Sonderzone Walterswil›», erklärt René Zihlmann. Das Wettingerhaus und die Kirche des bestehenden Ensembles sind denkmalgeschützt, das alte Schulhaus und die Landschaft als schützenswert eingestuft. Keine Frage, die Anlage ist geschichtsträchtig. Zum ersten Mal erwähnt wurde «Walterswile» im 13. Jahrhundert. Das Areal wurde zu einer Aussenstation des Klosters Wettingen und schliesslich ging es in den Besitz der Katholischen Kirche Zürich über. Es wurde eine Schule und ein Weisenhaus gebaut. Vor knapp 50 Jahren übernahm die Stiftung Don Bosco die Verwaltung der Gebäude. «1996 musste die Katholische Kirche die Schule aus finanziellen Gründen aufgeben. Dass dann die International School of Zug, wie sie damals noch hiess, die Anlage mietete, war ein Glücksfall für uns», führt Zihlmann aus.

Mehrere Duzend Millionen Franken habe die Stiftung bisher investiert, damit die Räumlichkeiten dem Schulbetrieb angepasst werden konnten, sagt Langenegger. Die ISZL bezahlt der Stiftung entsprechend Miete. Für die Benutzung der Kirche und das repräsentative Äbte-Zimmer hat die Stiftung weiterhin ein Vorrecht, genauso wie für den Kaffeeraum, der nach den sonntäglichen Messen genutzt wird. «Das Ziel ist es, die alte Anlage mit einer modernen Schule zu kombinieren. Auch wir arbeiten sehr zukunftsorientiert», so René Zihlmann.

1200 Schüler besuchen die ISZL insgesamt

Froh über den Fortschritt der Verhandlungen ist auch Barry Dequanne, Direktor der International School of Zug and Luzern. «Das Lernen der Schülerinnen und Schüler verändert sich laufend, unter anderem auch weil die Technologie einen immer grösseren Stellenwert hat», sagt er. Diese Veränderungen müsse der Schulbetrieb bestmöglich unterstützen können. Die Einrichtung müsse sich entsprechend anpassen.

Mit dem geplanten Neubau könne man dem gerecht werden. Wachsen allerdings soll die Schule in näherer Zukunft nicht mehr. «Die Weiterentwicklung ist ein stetiges Thema. Wir sind mit der momentanen Grösse aber zufrieden.» Insgesamt besuchen rund 1200 Schüler die ISZL. Neben Walterswil gibt es in Hünenberg eine weiteren Campus. Dort besuchen rund 420 Schüler die Oberstufe.