Hochzeit im sehr intimen Rahmen

Zuger Zivilstandsbeamte führen Trauungen wegen des Coronavirus unter besonderen Vorkehrungen durch.

Tijana Nikolic
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Während das Coronavirus wütet, kämpfen Behörden und Beamte fast täglich mit neuen Gesetzesänderungen oder Anpassungen. Auch die Zuger Zivilstandsämter sind gut mit Arbeit versorgt. «Die News von gestern sind in dieser Zeit bereits heute schon überholt», sagt Christian Sigrist, Bereichsleiter Zivilstands- und Bestattungsamt Cham. So dürfen Beerdigungen weiterhin im kleinen Rahmen durchgeführt werden. Wie sieht es aber mit Trauungen aus?

Tatsächlich kann man sich in Zug weiterhin trauen lassen, allerdings mit besonderen Vorkehrungen: «Nach dem momentanen Stand darf bei einer Trauung nebst dem Brautpaar, zwei Trauzeugen und mir als Standesbeamten nur noch ein allfälliger Dolmetscher oder ein Fotograf im Traulokal anwesend sein. Natürlich mit Befolgung der empfohlenen zwei Meter Abstand zueinander», so Sigrist. Die Braut und der Bräutigam, die in der Regel in einem gemeinsamen Haushalt wohnen und Tisch sowie Bett teilen, seien von der Abstandsregelung natürlich ausgeschlossen. Trauungen an anderen Orten als dem Gemeindehaus seien zur Zeit allerdings nicht möglich. Diese Vorgaben sind vom Eidgenössischen Amt für Zivilstandswesen und der Aufsichtsbehörde des Kantons Zug gegeben, als Reaktion auf die aktuellen Empfehlungen des Bundes.

«Ja-Sagen», gerade wegen der schwierigen Umstände

Seitdem sich die Schweiz in einer «ausserordentlichen Lage» befände, seien viele Anrufe von verunsicherten Paaren bei Sigrist und seinem Team eingegangen. «Letzte Woche meldeten sich über zehn Pärchen, die sich gar überlegten, die Trauung abzusagen», verrät Sigrist weiter. Nachdem die Paare über die neuen Rahmenbedingungen aufgeklärt wurden und verstanden, dass ihr Jawort im intimen Rahmen stattfinden kann, entschieden sich viele Paare doch noch für die Trauung zu viert.

Die Zahl der effektiven Absagen habe sich nach unten korrigiert. «Aktuell haben wir lediglich zwei Verschiebungen auf den Juni und zudem ein Paar, das die Absage oder Verschiebung in den nächsten Tagen noch bekannt geben wird», so Sigrist weiter. Er vermute stark, dass die Paare ihr «Ja» zueinander trotz oder gerade wegen der schwierigen Umstände aussprechen wollen. Ebenfalls werde wegen der ausserordentlichen Situation für die Verschiebung der Eheschliessung keine Gebühr erhoben.

Der persönliche Kontakt wird möglichst vermieden

Auch beim Zivilstandsamt Kreis Zug komme es vor, dass Brautpaare anfragen, ob ihre zivile Trauung vorverschoben werden könne, erklärt Miriam Lustenberger, Leiterin Zivilstandsamt Kreis Zug. Je nach Verfügbarkeit entspreche man den Wünschen der Kunden. «Unsere Brautpaare reagieren sehr verständnisvoll. Ich habe den Eindruck, dass viele Paare dankbar sind, dass sie trotz der aktuellen Situation heiraten können», sagt Lustenberger. Die Bedingungen würden die Paare ohne weiteres in Kauf nehmen. Die Zivilstandsbeamten Kreis Zug verzichten momentan, soweit möglich, zum gegenseitigen Schutz auf den persönlichen Kontakt mit ihren Kunden. Daher vermutet Lustenberger, dass das Amt künftig weniger Kundentermine haben werde. «Die bereits vereinbarten Termine, welche nicht verschoben werden können, werden wahrgenommen. Daher hat unsere Arbeit bisher nicht abgenommen», so Lustenberger weiter. Die Trauung dauert auf Grund der aktuellen Situation maximal 15 Minuten.

Ihre Mitarbeiter würden normalerweise nicht im Homeoffice arbeiten. «Die aktuelle Situation nehmen wir allerdings zum Anlass, um Homeoffice auch in unserem Tätigkeitsbereich zu testen», sagt Lustenberger. Dies sei eine Herausforderung und setze grosse Flexibilität und eine zeitintensive Organisation der neuen Situation voraus. Das Zivilstandesamt Kreis Baar wollte auf die Fragen nach Trauungen in der aktuellen Situation momentan nicht eingehen.