Die jungen Jäger wurden reich belohnt

Die Luchse, die sich vor der Fasnacht in Rotkreuz verstecken, sind geschnappt. Die Jagd sorgte aber für einige rote Köpfe.

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Er durfte nach der Luchsjagd als Erster in die grosse Schatztruhe greifen: der neunjährige Leon Mönch. (Bild: Roger Zbinden  / Neue ZZ)

Er durfte nach der Luchsjagd als Erster in die grosse Schatztruhe greifen: der neunjährige Leon Mönch. (Bild: Roger Zbinden / Neue ZZ)

Seit vielen Jahren jagt ein ausgewachsener Luchs mit seinen Jungen kurz vor Beginn der Fasnacht der Bevölkerung von Rotkreuz Angst und Schrecken ein. Dass das ehemals verschlafene Eisenbahnerdorf vor kurzem zur Stadt geworden ist, hielt die Luchsfamilie nicht davon ab, ihr Winterquartier – wie in den Jahren zuvor – in Rotkreuz aufzuschlagen. Um die bevorstehenden närrischen Tage sorgenfrei geniessen zu können, wurde der rund 2 Meter grosse Anführer des Rudels am Samstagnachmittag von mutigen Kindern in seinem Versteck unter der Autobahnbrücke in Berchtwil aufgespürt, in Ketten gelegt und auf den Dorfmattplatz gekarrt.

Süsse Belohnung

Bis es so weit war, mussten sich die Kids mächtig ins Zeug legen. Mit hochrotem Kopf und völlig ausser Puste erzählt der fünfjährige Luca: «Auf dem Bahnhofgelände haben sich zwei kleine Luchse herumgetrieben. Als wir Kinder sie einfangen wollten, rasten die Luchse in Richtung Berchtwil davon. Aber wir haben sie eingeholt und den unter der Autobahnbrücke auf seine Jungen wartenden Vater gefangen, erzählt Luca mit sichtlichem Stolz.

Die Belohnung für diese Heldentat liess nicht lange auf sich warten. Obschon er unter einem Hut steckte – der ihm bis auf die Schultern fiel und jegliche Sicht verdeckte –, vermochte der neunjährige Leon Mönch mittels einer mit einem Nagel besetzten Stange einen hoch über ihm schwebenden Ballon zu zerstechen.

Inmitten von Konfetti fiel ein Schlüssel zu Boden, mit dem eine grosse bereitstehende, mit vielen Süssigkeiten gefüllte Schatztruhe geöffnet werden konnte. Leon Mönch, der selbstverständlich zuerst hineingreifen durfte, angelte sich gleich eine grosse, goldene Toblerone. Als er danach gefragt wurde, ob er die Schokolade allein esse, sagte er: «Die ist doch viel zu gross für mich allein. Ich teile sie mit der ganzen Familie, die sicher stolz auf mich ist.» Er hoffe aber, dafür an die Chnöpfli Fasi gehen zu dürfen, schob der Bub mit einem schelmischen Lächeln nach.

Martin Mühlebach