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Cham: Die Kiesgrube ist vielen ein Dorn im Auge

Gegen eine vom Kanton vorgesehene Kiesgrube regt sich Widerstand seitens der Gemeinde und der Ortsparteien. An der Gemeindeversammlung vom 18. Juni wird sich nun auch das Volk dazu äussern können.
Cornelia Bisch
Auf dem Gebiet Hatwil/Hubletzen soll die neue Kiesgrube entstehen. Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018)

Auf dem Gebiet Hatwil/Hubletzen soll die neue Kiesgrube entstehen. Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018)

Mitten auf einem der landschaftlich schönsten Gebiete auf Chamer Gemeindegrund soll eine neue Kiesgrube entstehen. Es handelt sich um den Landstrich Hatwil/Hubletzen, der zwischen dem Chamer Weiler Niederwil und dem Kloster Frauenthal liegt. Auf Vorabklärungen der Regierung hin wird ein Antrag an den Kantonsrat folgen, der das Gebiet für den Kiesabbau im Richtplan festsetzen kann. Dies geschieht, ohne dass das Volk gefragt wird.

Nachdem jedoch bereits die Gemeinde Cham ihr Veto gegen die Pläne des Kantons eingelegt hatte, folgten am 8. März auch die Chamer Ortsparteien, ebenso wie die ortsansässigen Kantonsräte. Gemeinsam reichten sie die Motion «Kein Kiesabbau Hatwil-Hubletzen» ein, ursprünglich lanciert von der SVP. An der kommenden Gemeindeversammlung gelangt die Motion nun vors Volk mit dem Antrag auf Erheblichkeitserklärung. Bei Annahme wäre dies «als grosse politische und psychologische Unterstützung» zu werten, schreibt die Gemeinde.

Die Traktanden

An der Gemeindeversammlung vom Montag, 18. Juni, 19.30 Uhr, im Lorzensaal in Cham stehen folgende Traktanden auf dem Programm:
Protokoll der Versammlung vom 4. Dezember 2017; Rechnung und Geschäftsbericht 2017; Teilrevision des Behördenreglements, Anpassung der Entschädigungsleistungen zugunsten des Gemeinderats; Fuss- und Radweg Kirchbühl, Planungs- und Baukredit; Politische Vorstösse: Motion der SVP, «Prüfung der Buslinienführung Nr. 42 bis Bahnhof Knonau»; Motion von Heidi Ulrich, «Cham braucht ein Baumschutzgesetz»; Motion sämtlicher Chamer Kantonsräte und aller Parteipräsidenten, «Kein Kiesabbau Hatwil-Hubletzen». (red)

Eines der stärksten Argumente beider Seiten ist der Umweltschutz. Während die Gemeinde vor allem die Landschaft schützen will, die innerhalb des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) sowie im kantonalen Landschaftsschongebiet und in der gemeindlichen Landschafsschutzzone liege, argumentiert etwa Kantonsrat Patrick Iten (CVP/Oberägeri) mit der grauen Energie, die dank lokalen Abbaus eingespart werden könne. Darüber hinaus gilt es für ihn, mit dem Kiesabbau innerhalb des Kantons die Unabhängigkeit desselben zu wahren, wie er im Rahmen einer Kolumne in der Zuger Zeitung schrieb.

Kiesabbau ist höher als ursprünglich vorgesehen

Dem setzt Kantonsrat Hans Baumgartner (CVP/Cham) die Input-Output-Analyse im Kar-Modell-Bericht entgegen, welcher die Importe und Exporte von Kies der Kantone auflistet. «Darin zeigt sich, dass der Kanton Zug von anderen Kantonen regelrecht ausgebeutet wird», schreibt der Kantonsrat ebenfalls in einem Beitrag in der Zuger Zeitung. «Dies nicht nur beim Kiesabbau, sondern auch bei der Ablagerung von Aushubmaterial.»

Für den Chamer Gemeinderat entspricht der heute getätigte Kiesabbau nicht den Grundsätzen eines haushälterischen Umgangs mit vorhandenen Ressourcen im Kanton. «Seit dem Abschluss des Kieskonzepts im Jahr 2008 liegt der effektive Kiesabbau um 34 Prozent über dem im Richtplan anvisierten Wert», stellt die Gemeinde fest und findet dies insbesondere deshalb bemerkenswert, weil deutlich mehr Kies exportiert als importiert wird. «Die Gemeinde Cham ist bereits heute stark mit Kiesabbau- und Deponiebetrieb belastet.» Heute jedoch bestehe eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und den Betreibern, welche diese zu einer zweckgebundenen Entschädigung verpflichte.

«Mit dem neuen Planungs- und Baugesetz (PBG) wird es nicht mehr möglich sein, Vereinbarungen mit den Betreibern abzuschliessen», erklärt die Gemeinde. Zudem sei in Abbau und Rekultivierungszonen keine Mehrwertabgabe vorgesehen. Dies bedeute, dass die Gemeinde zukünftig alle negativen Auswirkungen des Kiesabbaus alleine zu tragen habe.

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