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Die Zuger Klimajugend verschafft sich Gehör

Viele Jugendliche sind in Aufruhr. Sie fordern die Politik auf, den Klimanotstand auszurufen. Nicht der Aufforderung gefolgt, aber zu einem runden Tisch eingeladen hat die Zuger CVP. Am Dienstagabend konnten sich die Jugendlichen Gehör verschaffen.
Nadine Wyss
Vier von vielen: Mara Labud, Tim Kilchsperger, Julia Küng und Rahul Steiger (von links) diskutierten auf Einladung der CVP mit Vertretern der Partei die Anliegen der «Klima-Jugend». Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. April 2019)

Vier von vielen: Mara Labud, Tim Kilchsperger, Julia Küng und Rahul Steiger (von links) diskutierten auf Einladung der CVP mit Vertretern der Partei die Anliegen der «Klima-Jugend». Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. April 2019)

Wer brachte nun den Stein ins Rollen? War es Greta Thunberg, die schwedische Klimaaktivistin, die der Meinung ist, dass die Politik zu wenig in Sachen Klimaschutz unternimmt? Oder sind es die Auswirkungen, die sich nun je länger je mehr auch bei uns manifestieren? In jedem Fall geht es den Schülern und Studenten um die Bekämpfung der globalen Erderwärmung. Die damit verbundenen Folgen könnten drastisch sein. Die jüngste Generation ist informiert, alarmiert und besorgt.

Die Zuger CVP hat die Jugendlichen an einen runden Tisch eingeladen, in den Räumlichkeiten der Kantonsschule Zug, um mit ihnen in einen Dialog zu treten. Seitens CVP, junger CVP und ALG erschienen knapp 20 Politiker, vorwiegend Kantonsräte. Ebenfalls Platz genommen hatten vier junge Klimaaktivisten. Obschon unterbesetzt, haben sie die Sache gut gemeistert.

Bisher noch keine konkreten Antworten

Während es den Jugendlichen wichtig schien, ernst genommen zu werden und sich nicht instrumentalisieren zu lassen, wünschte die andere Seite Lösungsvorschläge für den Kanton Zug. Konkrete Antworten blieben jedoch vorerst aus. Aktivistin Julia Küng aus Zug erklärte es so: «Es geht darum, dass man den Klimawandel anerkennt. Wir sind aber keine Wissenschaftler und auch keine Politiker. Wir sind Schüler und Studenten. Und wir sind besorgt. Wir sehen es als grösste Krise der heutigen Zeit. Wir sehen uns als Druckmittel.» Mara Labud aus Oberägeri, mit Zahlen und Fakten vertraut, verwies auf den IPCC-Bericht und auf die 1,5-Grad-Erwärmung mit bereits erheblichen Konsequenzen:

«Wir haben schon sichtbare Anzeichen wie die letztjährige Dürreperiode und das Insektensterben. Beim Klima tickt die Uhr.»

Die Politiker diskutierten über verschiedene Problemstellungen. Es wurden Ideen und Gedankenanstösse eingebracht, auch bereits bestehende Engagements seitens Politik wurden erwähnt. Die finanziellen Folgen wie auch die Kosten waren ein Thema sowie auch die jetzigen falschen Anreize. Die Umstellung zum Beispiel auf alternative Heizsysteme kostet Geld. Wer bezahlt das? Mara Labud ist sich sicher: «Die Leidtragenden werden die Armen sein, aber auch wir sind betroffen.» Sie verwies auf die Klimaflüchtlinge. Ist man darauf vorbereitet?

Am runden Tisch wurde diskutiert, angeregt und nachgefragt. Nachdem die anfängliche Skepsis der Aktivisten verflogen war, erklärten sie sich bereit, der Partei ein Dokument mit Forderungen zukommen zu lassen. Konkretes und direkt Umsetzbares wurde nicht beschlossen, aber folgende Appelle wurden an die anwesenden Politiker gerichtet: «Die CVP sollte jedes Geschäft konsequent auf dessen Klimaneutralität prüfen», forderte Julia Küng.

Gemäss Mara Labud bräuchte es eine Nachhaltigkeitskommission und Tim Kilchsperger appellierte: «Setzt euch mit der Wissenschaft zusammen und sucht nach baldigen Lösungen und nehmt das Thema ernst.» Laura Dittli, Kantonsrätin und Präsidentin der CVP Kanton Zug, bedankte sich für die Teilnahme und das Engagement der Jugendlichen. Das Interesse seitens Politik war da und auch spürbar. Das Versprechen zuzuhören wurde eingelöst.

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