Die Kritik am Notruf nimmt zu

Wer eine Ambulanz anfordert, sieht sich anscheinend oft mit Widerstand konfrontiert. Zu oft? Die Kritik aus der Bevölkerung ist heftig.

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Nicht selten gelangt ein Notruf gar nicht bis zu den Sanitätern. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

Nicht selten gelangt ein Notruf gar nicht bis zu den Sanitätern. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

«Anscheinend ist die Lebenserwartung im Kanton Zug zu hoch.» So übertitelt der Rotkreuzer Hugo Ferrari einen Brief, den er Kantonsarzt Rudolf Hauri und unserer Zeitung zukommen liess, nachdem er am vergangenen Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung über den Fall der 16-jährigen Diabetikerin gelesen hatte.

Einigermassen aufgewühlt, schildert nun auch Hugo Ferrari seine negativen Erfahrungen mit dem Notruf 144. Der 63-Jährige ist vor gut einem Monat, am 13. September, um 4 Uhr in der Früh aufgewacht – mit massiven Herzbeschwerden. «Ich konnte nicht aufstehen, hatte Mühe mit der Atmung und Würgegefühle.» Ein Kollege, der gerade über Nacht zu Gast war, habe die 144 angerufen.

Was der Rotkreuzer weiter erzählt, hört sich wie eine unglaubliche Odyssee an. «Man verwies meinen Kollegen an den Hausarzt. Bei späteren Anrufen verwies man ihn an eine 0900-Nummer, die aber mit dem Hausanschluss nicht funktionierte.» Als der Kollege um 6 Uhr zur Arbeit musste und um 7 Uhr die Frau des 63-Jährigen eintraf, sass Hugo Ferrari immer noch mit unveränderten Beschwerden im Bett.

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri, der den Fall der 16-jährigen Diabetikerin, zu keine Ambulanz entsandt wurde, abklärt, schreibt: «Die Abklärungen erfolgen im Auftrag des Gesundheitsdirektors und nehmen Zeit in Anspruch. Sie werden nach rechtsstaatlichen Prinzipien vorgenommen und die sind nicht öffentlich (…). Die Gesundheitsdirektion werde die Öffentlichkeit nach Abschluss der Abklärungen informieren.»

Susanne Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen ZZ und im E-Paper.