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Die Leitungen des Zuger Energieprojektes Circulago sollen in den Bahndamm

Dies, obwohl erst kürzlich die Idee eines Velowegs auf dem Damm eine Abfuhr erhielt – aufgrund des Naturschutzes.
Zoe Gwerder
Im ehemaligen Bahndamm Schleife sollen Leitungen verlegt werden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 2. April 2019)

Im ehemaligen Bahndamm Schleife sollen Leitungen verlegt werden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 2. April 2019)

Die Wasserwerke Zug (WWZ) prüfen eine Verlegung von Leitungen des CO2-einsparenden Energieprojektes Circulago (siehe Box unten), in den Bahndamm Schleife. Die entsprechende Baubewilligung hat das Unternehmen kürzlich erhalten.

«Die Leitungsführung im Bahndamm ist aus bauwirtschaftlicher Sicht ideal, da entlang wie auch quer dazu praktisch keine anderen Leitungen zu kreuzen sind», erklärt WWZ-Mediensprecher Robert Watts. Allerdings sei noch nicht entschieden, ob das Projekt tatsächlich umgesetzt werde. «Die Stadt hat uns die Auflage erteilt, vor Baubeginn mit Experten ein ökologisches Gutachten zu erstellen.» In diesem soll eine Analyse des heutigen Lebensraums der Pflanzen und Tiere vorgenommen werden. «Ob die WWZ diese Leitungsvariante realisiert, ist nicht zuletzt von diesem Gutachten abhängig.» Zusätzlich werde derzeit eine Grobeinschätzung der Kosten sowie des Zeitaufwands erstellt.

Leitungen ja, Veloweg nein

Der Bahndamm Schleife stand kürzlich auch für ein anderes Projekt – welches ebenfalls dem Klimaschutz dienen sollte – im Fokus. Stadtparlamentarier Patrick Steinle (Alternative – die Grünen) forderte einen Veloweg auf dem Bahndamm, der bis zum See führen sollte. Der Stadtrat lehnte das Projekt jedoch ab. In der entsprechenden Machbarkeitsstudie wird als Hauptgrund das Ökosystem genannt, welches viele verschiedene Tierarten aufweise. Der Lebensraum dieser Tiere würde mit dem Veloweg in wesentlichen Teilen zerstört werden, so die Begründung.

Das Aufreissen des Dammes, um die Leitungen zu verlegen, soll hingegen einen weniger starken Eingriff in die Natur darstellen. Stadträtin Eliane Birchmeier, Vorsteherin des Baudepartements, begründet die unterschiedliche Handhabung der beiden Projekte mit der Dauer des Eingriffs: «Bei der Leitungsverlegung für das Projekt Circulago handelt es sich um einen vorübergehenden Eingriff, während der Velo-Highway einen dauerhaften Eingriff darstellt.» Die WWZ sei zudem verpflichtet worden, neben dem Konzept für ökologische Massnahmen die Leitungsverlegung von einer ökologischen Baubegleitung zu überwachen. «Nach der Fertigstellung muss die WWZ zudem gewährleisten, dass die vorübergehend gestörten Bereiche des wertvollen, schutzwürdigen Biotops auf dem Schleifedamm wieder vollständig hergestellt werden.»

Gutes Projekt – besser mit Veloweg

Patrick Steinle bedauert, dass den beiden Projekten ein unterschiedlicher Stellenwert beigemessen worden war. «Grundsätzlich finde ich das Projekt Circulago eine gute Sache – auch, dass die Leitungen im Bahndamm verlaufen sollen. Es bestätigt aber meine Vermutung, dass man die Naturschutzanliegen beim Veloweg mehr als Vorwand brauchte, um keinen solchen erstellen zu müssen.» Es sei auch so, dass grüne Projekte – wie es das Circulago ist – Auswirkungen haben dürften, und es sei auch richtig, dass man versuche, diese zu minimieren. «Nur leider sah man im Veloweg kein grünes Projekt. Das verstehe ich nicht. Zudem hätte man beim Eingriff der WWZ in den Bahndamm auch gleich den Veloweg erstellen können.»

Die Baubewilligung für die Circulago-Leitungen im Bahndamm Schleife ist nun mindestens zwei Jahre gültig – mit der Möglichkeit, diese zu verlängern, wie WWZ-Sprecher Watts bekanntgibt.

Circulago

Durch das Projekt sollen die Stadt Zug sowie das Gebiet Baar-Süd künftig mit Wärme- und Kälteenergie aus dem Zugersee versorgt werden. Gemäss Angaben der WWZ sollen so jährlich 25000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Hauptarbeiten für die Leitungen haben die WWZ in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Stadt Zug, die ihre Meteorwasserleitung Seapipe erstellte, realisiert. Diese sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Bei den Leitungen, die in den Bahndamm Schleife verlegt werden könnten, handelt es sich um einen Teil des Hauptversorgungsstrangs «Circulago-West», wie WWZ-Sprecher Robert Watts erklärt. Dieser soll dereinst die Gebiete Herti, Gartenstadt, Unterfeld und Baar-Süd mit Energie aus dem Zugersee versorgen. Die Energie wird für Heizung, Warmwasser, Klimakälte und Serverraumkühlung verwendet werden. Bis in rund 20 Jahren sollen gemäss WWZ alle geplanten Gebiete angeschlossen sein.

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