Leserbrief

Die Maske kann Leben retten

Zur Berichterstattung über das Coronavirus

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Es geschah auf der Fahrt im Postauto ins beschauliche, liebliche Val Müstair. Welch surreales Bild: drinnen im Fahrzeug die vermummten Gesichter der Reisenden und auf der anderen Seite der Glasscheibe die faszinierende Bündner Bergwelt. Da die Augen (noch) nicht abgedeckt werden müssen, versetzte mich der Anblick dieser prächtigen Natur, in eine angenehm friedliche Stimmung. Das änderte jedoch schlagartig! Die direkt vor mir sitzende Südländerin zuckte plötzlich zusammen und fuchtelte wild mit den Armen um sich. Jetzt erblickte auch ich die Killerbiene. Fürs Erste konnte die arme Frau wieder durchatmen. Doch sie wiegte sich in falscher Sicherheit. Im Stile eines japanischen Kamikaze-Kampfjetpiloten setzte das Biest in einer zweiten Welle zum erneuten Angriff an. Die jetzt total in Panik geratene Italienerin vibrierte am ganzen Körper. Das Monster verfehlte zum Glück auch beim zweiten Versuch ihr Ziel und landete direkt neben mir auf der Fensterscheibe. Jetzt war die Zeit gekommen, um einzugreifen. Die Schutzmaske war gefragt! Dank dieser konnte ich die Biene packen, an der nächsten Haltestelle in die Freiheit befördern und dadurch der traumatisierten Frau, die Todesängste nehmen.

Die ganze Geschichte verlief natürlich viel weniger dramatisch. Genau so wird täglich über das Virus Covid-19 berichtet!

Bruno Seiler, Zug