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Die meisten Zuger lassen sich gegen Masern impfen

Während in der Schweiz dieses Jahr immer mehr Masernfälle gemeldet werden, bleibt der Kanton Zug bisher davon verschont. Zu tun hat das auch mit einer kantonalen Kampagne und der relativ hohen Impfrate von über 93 Prozent.
Laura Sibold

Die Krankheit Masern breitet sich auch in der Schweiz weiter aus. Mehr als 100 Fälle wurden seit Anfang Jahr registriert – das sind sechsmal mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Zum grössten bisher bekannten Ausbruch von Masern-­Erkrankungen kam es im Februar in den Kantonen Neuenburg und Bern, wo zunächst laut Bundesamt für Gesundheit 25 Fälle gemeldet wurden. Auch in Genf, St. Gallen und an der Universität Zürich traten seit Anfang Jahr Krankheitsfälle auf.

Im Kanton Zug sind im aktuellen Jahr bisher keine Masernfälle bekannt. Im vergangenen Jahr gab es laut Kantonsarzt Rudolf Hauri einen einzigen Fall, die Zahlen seien aber auch gesamthaft sehr tief. «In den letzten vier Jahren kam es im Kanton Zug zu drei Masernfällen. Es gab je einen im Jahr 2015, 2017 und 2018.»

Fachpersonal wurde für Impfungen belohnt

Dass es im Kanton Zug nur verhältnismässig wenige Masern-Erkrankungen gibt, ist auf mehrere Gründe zurückzuführen. Da wäre zum Einen die Impfrate: Die letzte Erhebung im Kanton Zug hat laut Gesundheitsdirektion eine Durchimpfungsrate gegen Masern von über 93 Prozent ergeben. Rudolf Hauri bekräftigt:

«Die Zuger Ärzteschaft ist bei der Maserndurchimpfung erfolgreich und die Bevölkerung lässt sich vorbildlich impfen.»

Dass sich viele Zugerinnen und Zuger impfen lassen, kann wiederum auf eine kantonale Gesundheitskampagne zurückgeführt werden. 2014 bis 2016 hat der Kanton Zug in Zusammenarbeit mit der Ärzte-Gesellschaft und der Gesellschaft für Hausarztmedizin neben der nationalen auch eine kantonale Masernkampagne durchgeführt. Die Mittel für die Kampagne, die hälftig durch den Kanton und das Bundesamt für Gesundheit bereitgestellt wurden, landeten dabei direkt in den Arztpraxen. Konkret erhielten die medizinischen Praxisassistentinnen und -assistenten pro durchgeführter Impfung vier Franken. So wurde ein Anreiz gesetzt, bei den Patienten aktiv nach dem Impfstatus zu fragen und Nachimpfungen vorzunehmen.

Den Erfolg bestätigt auch der Kantonsarzt: Die hohe Impfrate habe sicher einen entscheidenden Einfluss auf die tiefen Masernfallzahlen und verdeutliche den Erfolg der Kampagne. «Falls eine ähnliche Kampagne auf nationaler Ebene erneut durchgeführt werden sollte, wäre ein solches Vorgehen im Kanton Zug auch in Zukunft denkbar.»

Nicht ganz so rosig sieht das Peter Gerritsen, Präsident der Ärztegesellschaft Kanton Zug. Die Impfkampagne 2014–2016 sei zwar besser gewesen als alle früheren, habe aber auch keinen durchschlagenden Erfolg gehabt. Das Kampagnenziel einer Bevölkerungsimmunität von 95 Prozent sei nicht erreicht worden.

Das nationale Ziel ist noch nicht erreicht

Eine Immunität von 95 Prozent der Bevölkerung ist notwendig, um die Masern auszurotten. Das heisst, sie müssen die Krankheit entweder durchlebt haben oder zweimal geimpft werden, damit sich der Erreger nicht weiterverbreiten kann. Zwei Dosen einer MMR-Impfung schützen ein Leben lang vor den Komplikationen der Masern, Mumps und Röteln.

Für eine Schweiz ohne Masern macht sich auch der Bund seit Längerem stark. Auch national ist das Ziel allerdings noch nicht erreicht, laut Bundesamt für Gesundheit sind schweizweit erst rund 90 Prozent der Menschen vor der hoch ansteckenden Krankheit geschützt. Eine Masern-Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und manchmal schwerste Komplikationen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündungen verursachen. Erkrankungen sind bis zu drei Wochen nach dem Kontakt mit einer kranken Person möglich. Die Krankheit beginnt grippeähnlich und ohne Ausschlag, der typische Masern-Hautausschlag folgt erst später.

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