Leserbrief

Die Millionen, die niemand kennt

«Die Millionen, die niemand will», Ausgabe vom 12. August

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Seit 2018 zahlt der Bund Geld für Mitarbeiterschulungen. Ziel ist es, dass Angestellte mit den neuen und wechselnden Anforderungen am Arbeitsplatz mithalten können. Gefördert werden beispielsweise Schulungen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Alltagsmathematik oder im Umgang mit IT- und Kommunikationstechnologien. Der Bund hat für das Programm «Grundkompetenzen am Arbeitsplatz» 2018 bis 2020 13 Millionen Franken zur Verfügung gestellt, gesprochen worden sei bis jetzt nur eine knappe Million – für bis anhin lediglich 55 Gesuche.

Die Bemühungen des Bundes sind – gerade im Zeitalter des digitalen Wandels – richtig und wichtig – die Problematik ist erkannt und ein sinnvolles Instrument entwickelt, um Gegensteuer zu geben.

Neben all den genannten Gründen, weshalb das Angebot erst spärlich genutzt wird, scheint uns einer zentral: Das Angebot ist bei vielen Unternehmen schlicht unbekannt. Hier braucht es gezielte Werbe- und Sensibilisierungsmassnahmen.

Zudem ist es wichtig, die Weiterbildungsangebote massgeschneidert und konkret auf die Bedürfnisse der Firmen, respektive deren Mitarbeitende auszurichten. Es bringt wenig, Arbeitnehmende in einen standardisierten Deutschkurs anzumelden, wenn im konkreten Fall seitens der Firma das korrekte Verfassen von Rapporten gefestigt werden soll ...

Es ist weitsichtig, dass das Programm auch nach 2020 fortgeführt wird, und es bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen die Chance für diese Weiterbildungen zielgerichtet nutzen. Schliesslich wirken sich qualifizierte Mitarbeitende und daraus resultierende schlanke und effiziente Abläufe positiv auf das Zeit- und Kostenmanagement eines Betriebs aus.

Roman Moos, Co-Leiter Bildung und Beratung, SAH Zentralschweiz, Zug