Die mühsame Suche nach neuen Schulräten in Muri

Für die Neuwahlen in den Schulrat des Bezirks Muri fehlten noch zwei offizielle Kandidaten. Nun konnten die Plätze besetzt werden.

Marc Ribolla
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Am Mittwoch letzter Woche wurden alle Kandidaten für die aargauischen Bezirkswahlen am 27. September im Amtsblatt publiziert. Bei der Ansicht der Schulratskandidaten fiel auf, dass der Bezirk Muri der einzige der elf Aargauer Bezirke ist, in dem nicht alle Sitze in der offiziellen Frist besetzt werden konnten. Für die sieben Sitze stellten sich vorerst nur fünf Kandidierende zur Verfügung. Als einzige Bisherige fungierte Helen Brun Rüegg (SP, Muri) auf der Liste. Die sechs weiteren Bisherigen treten nicht mehr an. Als neue Bezirksschulräte möchten Nicolas Abbondanza (FDP, Muri), Reto Jenny (SVP, Benzenschwil), Tobias Schär (GLP, Merenschwand) und Fabian Trüb (SVP, Aristau) gewählt werden.

Der Schulrat wird als übergeordnete Instanz nur aktiv, wenn es von Seiten der Eltern Beschwerden gegen Entscheide einer Schulpflege gibt. Doch weshalb gestaltet sich die Suche nach valablen Bewerbern so schwierig? Der amtierende Schulratspräsident Matthias Müller (FDP, Merenschwand) sagte nach Bekanntwerden der fehlenden Kandidaturen: «In erster Linie sind die Parteien verantwortlich, da der Schulrat doch eine Behörde ist. Auffallend ist, dass bisher niemand von der CVP ins Spiel gebracht worden ist. Die CVP hatte bisher zwei Mitglieder und steht meiner Ansicht nach in der Bringschuld.»

Suche ist erfolgreich verlaufen

Von einer solchen Bringschuld möchte die Präsidentin der Bezirks-CVP, Franziska Stenico-Goldschmid, nicht unbedingt sprechen. Die Grossrätin erklärt, weshalb es der Partei nicht gelang, rechtzeitig Kandidaten zu stellen. «Es spielten verschiedene Gründe mit. Man wusste lange nicht, ob die Wahlen stattfinden. Als sie feststanden, haben wir uns zu lange auf einen Arzt und einen Juristen fokussiert, aber dann gemerkt, dass dies nicht geht. Wir erhielten durchwegs Absagen, und allfällige Kandidaten hatten andere Bedenken. Wir schafften es einfach nicht rechtzeitig», sagt Franziska Stenico-Goldschmid. In den letzten Tagen hat sich die CVP nun mit zusätzlichen Kandidaten befasst und auch den Kontakt zu den anderen Parteien gesucht. Die Suche ist erfolgreich verlaufen. Alle sieben Sitze konnten innerhalb der Nachmeldefrist, die bis gestern Montag lief, besetzt werden. Als zusätzliche Schulräte stellen sich jetzt Ueli Frey (CVP, Muri) und Henrieta Suter (FDP, Muri) zur Verfügung. Damit werden alle Kandidaten in stiller Wahl gewählt.

Die CVP zieht ihre Lehren aus der mühsamen Suche. Die Präsidentin sagt selbstkritisch: «Wir haben gelernt, dass wir ähnlich wie bei den Grossratswahlen rund ein Jahr vorher mit der Kandidatensuche starten müssen. Wir haben dies ein wenig unterschätzt.» Ein Anliegen sei, dass es bei einem Gremium wie dem Schulrat nicht zu einer Kampfwahl komme. Im Gegensatz zu Muri steht aber beispielsweise in den Bezirken Bremgarten und Brugg fest, dass es sicher Kampfwahlen gibt. Dort stehen acht offizielle Kandidaturen für sieben Sitze fest. Der scheidende Schulratspräsident Matthias Müller tritt übrigens nur ab, weil er aus dem Bezirk Muri wegzieht und das Amt an den Wohnort geknüpft ist. «Es war ein interessantes Amt und machte mir in den letzten vier Jahren sehr viel Freude. Ich erlebte die Zusammenarbeit als sehr kollegial», sagt er.