Lasalle-Haus: Die Natur als Quelle der Spiritualität präsentiert

Das Lassalle-Haus öffnete am Samstag die Türen und zelebrierte die Verbundenheit zur Natur. Der Fokus lag auf der Frage, welche Werte eine Wohlstandsgesellschaft haben soll, auch im Bezug auf den Klimawandel.

Lena Dysli
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Der Tag der offenen Tür im Lassalle-Haus bot Führungen durch die Gebäude und den Zuwebe-Garten (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 15. Juni 2019)

Der Tag der offenen Tür im Lassalle-Haus bot Führungen durch die Gebäude und den Zuwebe-Garten (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 15. Juni 2019)

Dicke Betonwände, dunkle Holzbalken und der dicht bewachsene Tannenwald versperren die Sicht in die Ferne. Das Lassalle-Haus, von Zug kommend am rechten Hang in Richtung Menzingen liegend, ist ein Ort der Kraft und Stille, die jede und jeden auf eine Reise der Selbstfindung und Selbstreflexion einlädt. Besonders die Architektur sollte mit menschlichen Massen den Besucher einladen und für ein kurzes Intervall in eine Welt führen, ohne jegliche Zivilisation. Dabei gehen bei einem Besuch nicht nur räumliche, sondern auch zeitliche Distanzen völlig vergessen.

«Der Ort am Hang bietet die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und der Hektik des Alltags zu entkommen», ist Tobias Karcher, der Direktor des Lassalle-Hauses, überzeugt. Mit unterschiedlichen Kursen wie Yoga, Zen, Exerzitien und Kontemplation besteht laut ihm die Absicht, dass jeweils das Einsame, die Selbstfindung und trotzdem das Zusammenkommen unterschiedlicher Werte zelebriert werden. Das Ziel sei dabei, dass man bewusster lebe, das Alltagsleben im Tal bewusster führen und zu schätzen lerne.

50 Personen beteiligten sich an der Diskussion

So öffnete das Lassalle-Haus am vergangenen Samstagnachmittag, 15. Juni, die Tore und den dazugehörigen Garten und lud herzlich ein, um der Spiritualität auf den Grund zu gehen, die harmonikale Architektur auf 200 Metern über Meer zu betrachten und den blühenden Garten zu bewundern. Die Natur wurde dabei als die Quelle der Spiritualität gefeiert. Dementsprechend war im Rahmen einer Podiumsdiskussion alles rund um den Umweltschutz und unser Verhalten in Zuge dessen genauer unter die Lupe genommen worden. Die Herausforderungen des Klimawandels werden bekanntlich immer dringlicher. Jede und jeder wird aufgefordert, das eigene Handeln in unserer Wohlstandsgesellschaft zu reflektieren. So auch am Samstagnachmittag in Edlibach.

Zur aktuellen Problematik haben sich im Rahmen dieser Diskussion rund 50 Leute beteiligt. Neben Ion Karagounis von WWF Schweiz waren ebenfalls Robert Unteregger der Stiftung des Zukunftsrates und Klaus Michael Christensen von der Swiss Impact Investment Association (SIIA), vor Ort. Aus verschiedenen Perspektiven sprachen die Redner die Herausforderungen des Klimawandels, die optimale, nachhaltige Lebensgestaltung und die wirtschaftliche Entwicklung an.

Das Podiumsgespräch mit Robert Unteregger (Stiftung Zukunftsrat, links) und Ion Karagounis (WWF Schweiz) zog viele Besu-(Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 15. Juni 2019)

Das Podiumsgespräch mit Robert Unteregger (Stiftung Zukunftsrat, links) und Ion Karagounis (WWF Schweiz) zog viele Besu-(Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 15. Juni 2019)

Ein magischer Rückzugsort mitten in den Hügeln

Während einer halben Stunde wurde zudem intensiv über Erfahrungen, Meinungen und das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger bezüglich Klimaschutz diskutiert. Mit grosser Offenheit und Klarheit gegenüber dem Thema stellten die Naturinteressierten verschiedene Fragen, wobei die drei Referenten gerne Antworten lieferten. Dabei kam auch jeder der Redner zum selben Schluss.

Uns fehle es nicht an Wissen, sondern am Handeln, hiess es laut den Vortragenden. Wir sollten uns fragen, wohin wir wollen. Doch vielmehr, als sich nur Fragen zu stellen, sollten wir unsere Gedanken auch in Taten umsetzen, mutig sein, an uns etwas zu verändern, stets mit dem Ziel vor Augen, dass an einem solch magischen Ort inmitten der saftig grünen Grashügel noch viele Jahre Menschen ihren Rückzugsort finden könnten.