Leserbrief

Die Notfallstation nicht unnötig belasten

Zum Zuger Kantonsspital

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Kompliment und Dank an das Personal der Notfallstation unseres Zuger Kantonspitals. Vor allem an Wochenenden arbeiten die Angestellten fast 24 Stunden unter massivem Druck und verrichten dabei hervorragende Arbeit. Hin und wieder laufen sie praktisch «am Anschlag» und trotzdem erwartet jeder Patient, dass er bestens betreut wird, auch wenn er vielleicht nur wegen eines kleinen «Bobo» die Notfallstation aufsucht. Ich habe selbst miterlebt, dass es immer wieder Patienten gibt, welche ohne Weiteres den Hausarzt aufsuchen könnten, um ihr «Bobo» behandeln zu lassen. Ich musste auch feststellen, wie Patienten – vermutlich mit Bagatellen – ungeduldig wurden, weil sie warten mussten, bis sie beim Arzt in der Notfallstation zur Diagnose gerufen wurden. Ich musste auch hören, wie Patienten das Personal in der Notfallstation verbal beleidigt haben.

Die Notfallstation ist für Patienten, welche wirklich in Not sind und nicht nur hingehen, weil sie ein wenig Kopfschmerzen haben oder es ihnen unwohl ist. Ich bin überzeugt, in jedem Haushalt gibt es für solche Bagatellen eine Hausapotheke, in der sich Schmerzmittel, Pflaster etc. befinden.

Dass solche Patienten teilweise unnötigerweise die Notfallstation besuchen, belastet unsere Gesundheitskosten massiv – anstatt mitzuhelfen beim Sparen, damit die Krankenkassen-Prämien nicht noch mehr steigen. Es wird immer wieder gesagt und geschrieben, dass die Ärzte und Spitäler an den steigenden Gesundheitskosten Schuld sind. Dass jedoch die Eigenverantwortung unserer Gesellschaft nie erwähnt wird, welche mithelfen müsste, die Gesundheitskosten zu senken, indem sie nicht wegen jeder Bagatelle oder jedem «Bobo» die Notfallstation oder den Arzt aufsucht, scheint unwichtig zu sein.

Danke für das Verständnis und die Unterstützung unsere Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen.

Karl Betschart, Baar