Leserbrief
Die Pflanzenschutzpyramide

Zur eidgenössischen Abstimmung über die Trinkwasser- Initiative am 13. Juni

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Die Diskussionen rund um die Abstimmung zur Trinkwasser-Initiative vom Juni sind bereits voll im Gang. Das ist auch richtig so! In Gesprächen mit Konsumenten stelle ich oft fest, dass das Wissen, bezüglich «Wie funktioniert der Pflanzenschutz?» lückenhaft ist.

Gerne erkläre ich hierfür die Pflanzenschutzpyramide: Der wichtigste und grösste Teil des Pflanzenschutzes sind zahlreiche präventive Massnahmen. Dazu gehören unter anderem eine standortangepasste Sortenwahl, die Fruchtfolge, resistente und tolerante Sorten, die Saatgutqualität, die Anbautechnik und die Förderung von Nützlingen. Erst wenn der Landwirt feststellt, dass trotz dieser Massnahmen der Schadensdruck durch Pilze oder Schädlinge zunimmt und die Ernte gefährdet ist, kommt der nächste Schritt. Es muss beurteilt werden, welche Pflanzenschutzmassnahme verhältnismässig ist. Dafür muss eine klar definierte Schadensschwelle überschritten werden. Die nächste Tätigkeit ist die nichtchemische Bekämpfung. Dies sind vor allem mechanische Arbeitsschritte, bei welchen zum Beispiel die Unkräuter mittels eines Striegels ausgerissen werden. Erst am Schluss, also an der Spitze des Eisbergs, steht die chemische Bekämpfung.

Diese erfolgt mit selektiven, nützlingsschonenden und vom Bund zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Die Hälfte dieser eingesetzten Mittel in der Schweiz sind Biozide. Viele konventionelle Landwirte setzten diese freiwillig und aus Überzeugung ein. Alle Aspekte der Pflanzenschutzpyramide sind wichtig, damit der Landwirt die vom Konsumenten gewünschte Qualität erreichen und die Ernte überhaupt abliefern kann. Sie können uns Landwirten vertrauen und am 13. Juni ohne schlechtes Gewissen zweimal Nein stimmen.

Thomas Rickenbacher, Präsident Zuger Bauernverband, Cham