Budget

Steinhausen rechnet für 2021 mit einem Minus: Die Planungsunsicherheit ist gross

Die Steinhauser Finanzvorsteherin Carina Brüngger budgetiert bewusst vorsichtig.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
Blick auf den Weiermattplatz im Zentrum von Steinhausen. Das Budget der Gemeinde sieht ein Minus von 2,9 Millionen Franken vor.

Blick auf den Weiermattplatz im Zentrum von Steinhausen. Das Budget der Gemeinde sieht ein Minus von 2,9 Millionen Franken vor.

Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 14. Juli 2020)

Mal empfängt die Gemeinde Steinhausen Geld aus dem Zuger Finanzausgleich (ZFA), mal zahlt sie in den Ausgleichstopf ein. Auch im kommenden Jahr wechselt die flächenmässig kleinste Zuger Gemeinde wieder die Seite: Bekam sie für das laufende Jahr noch 2,3 Millionen Franken aus dem ZFA, gibt sie 2021 2000 Franken ab.

Die Finanzchefin Carina Brüngger-Ebinger sagt: «Klar sind wir lieber auf der Geber- statt auf der Nehmerseite.» Doch die FDP-Gemeinderätin ist sich bewusst, dass sich die Situation auch künftig schnell wieder ändern kann. Denn die ZFA-Beiträge werden aufgrund der Steuererträge im Vorjahr berechnet, und diesbezüglich bestehen gerade in der aktuellen Zeit grosse Unsicherheiten.

«Nach bestem Wissen und Gewissen budgetiert»

Das gilt auch fürs Budgetieren generell. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) der Gemeinde Steinhausen schreibt in der Vorlage zur Gemeindeversammlung vom kommenden Donnerstag, dass das Budget «sehr konservativ» gerechnet sei. Die Finanzvorsteherin verteidigt ihr Vorgehen: Die Planungsunsicherheit sei extrem hoch. «Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen budgetiert.» Neben der Coronapandemie werde sich auch die Umsetzung der Staf-Vorlage (Steuerreform und AHV-Finanzierung) auswirken. Die Gemeinde Steinhausen ist besonders stark betroffen, weil dort wenige Holdings angesiedelt sind. «Wir müssen also vorsichtig planen, auch wenn das Resultat am Ende vielleicht wieder durch einen Sondereffekt aufgebessert wird», sagt Carina Brüngger.

Der Aufwandüberschuss von rund 2,9 Millionen Franken im Budget resultiert vor allem aufgrund von Mindereinnahmen bei den juristischen Personen (gerechnet wird mit einer Einbusse von 3,5 Millionen Franken) sowie einer Erhöhung des Personalaufwandes in den Abteilungen Bau und Umwelt sowie Bildung und Schule. So werden beispielsweise zwei Kindergartenklassen mehr geführt und die Gemeinde stockt das Personal im Umweltbereich auf. Zudem wird Geld ausgegeben für die Informatik an den Schulen und die Gemeinde bietet ab dem Kalenderjahr 2021 fünf Wochen Ferienbetreuung und Frühmorgenbetreuung für die Primarstufe an.

Investitionen von rund 7,1 Millionen Franken

Die geplanten Investitionen für das kommende Jahr liegen mit rund 7,1 Millionen Franken etwas tiefer als in den Vorjahren. Laut Carina Brüngger sind vor allem Ausgaben in den Bereichen Regenabwasserleitungen und Strassensanierungen (Knonauerstrasse, Blickensdorferstrasse) vorgesehen. Die Gemeindeversammlung vom Donnerstag wird über mehrere Kredite entscheiden. Grossprojekte stehen in Steinhausen aktuell keine bevor. «Doch langfristig müssen wir in Schulraum investieren», so die Gemeinderätin. Denn die Schülerzahlen wachsen.

Der Voranschlag 2021 rechnet mit einem Steuerfuss von 60 Prozent. Dieser ist seit Jahren gleich und das soll vorerst auch so bleiben, kündigt Brüngger an. «In der aktuellen, unsicheren Zeit wäre es ein falsches Signal, die Steuern zu senken. Wir wissen nicht, wie sich die Firmenkonkurse und auch die Stellensituation aufgrund der Kurzarbeit entwickelt.» Der Gemeinderat behalte die Entwicklung aber im Auge und sei bei einer positiven Entwicklung der Finanzen offen für eine allfällige Senkung.