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Markteintritt von UPC in Zug: Die Platzhirsche erhalten Konkurrenz

Das Angebot des Unterhaltungsriesen UPC ist jetzt auch in zwei Zuger Gemeinden nutzbar. Die WWZ lässt sich durch den neuen Mitbewerber nicht nervös machen und kündigt die nächste Netz-Revolution an.
Marco Morosoli
Andreas Widmer, CEO der WWZ, macht sich angesichts der Konkurrenz keine Sorgen. Bild: PD

Andreas Widmer, CEO der WWZ, macht sich angesichts der Konkurrenz keine Sorgen. Bild: PD

Derzeit kennt die digitale Welt kein Gestern mehr. Immer schneller, immer mehr, immer länger, weltweit, aber für immer weniger Geldeinsatz. Die Folgen dieses Höllenrittes hat die Pressekonferenz der UPC am Dienstag in Zug eindrücklich gezeigt. Bei der Vorstellung des für Zug neuen Angebotes des grössten Kabelnetzbetreibers der Welt präsentiert Franz J. Menayo eine Auflistung an der Leinwand. Menayo ist Gemeindeverantwortlicher bei UPC Schweiz und verkündet stolz, dass sein Unternehmen 54000 Einwohner im Kanton Zug erreichen könne.

In der zeitgleich abgegebenen Dokumentation auf Papier sind es noch 24 Prozent gewesen. Von einem Zuwachs von 19 Prozent über Nacht träumt wohl jeder Wirtschaftskapitän gerne. Das Rätsel löst sich schnell auf. UPC startet nicht nur in Zug, sondern auch noch in der Gemeinde Baar. Dabei ist zu beachten, dass der Unterhaltungsriese mit Hauptsitz in Wallisellen, nicht etwa ein eigenes Netz aufgebaut hat. Vielmehr mietet sich UPC in ein solches ein. Der Gemeindeverantwortliche macht sich gar nicht erst die Mühe, die Angebote von UPC im Detail zu erklären. Er sagt einfach: «Die Preise sind augenblicklich. Wir müssen jeweils schnell reagieren.» Er versichert aber, dass die Preise ob in Genf oder in Scuol die gleichen seien.

In einem abgegebenen Papier liegt die Bandbreite zwischen 69 und 139 Franken pro Monat. Darin enthalten sind verschiedene Surf-Geschwindigkeiten oder TV-Angebote. Wer will, kann noch sein Smartphone und das Festnetz über UPC laufen lassen. Auch dort besteht die Auswahl zwischen verschiedenen Modellen. Auf die Frage, wann das UPC-Signal auch in anderen Zuger Kabelnetzen verfügbar sein werde, antwortet Franz J. Meyano ausweichend: «Wir haben immer Interesse Netze zu kaufen.» UPC versorgt nach eigenem Bekunden rund 70 Prozent der Schweizer Haushalte. TV- und Internet-Kunden hat UPC rund zwei Millionen.

Dagegen erscheint die WWZ wie ein kleiner Fisch. Der Zuger Dienstleister verfügt über 101718 angeschlossene Wohneinheiten. Wobei zu beachten ist, dass in dieser Zahl auch Netze im Kanton Luzern und in der Ostschweiz enthalten sind.

Zum Markteintritt von UPC sagt der WWZ-CEO Andreas Widmer: «Die Leistung muss überzeugen.» Für den WWZ-Leiter Marketing ist aber noch etwas Anderes wichtig: «Die WWZ ist in der Region stark verankert und profitiert von einem guten Image.» Ein weiterer Trumpf, so Widmer, sei die «Kundennähe mit lokalen Shops und Heimberatung».

Auch bezüglich des Preises der WWZ-Digital-Pakete macht sich Widmer keine Sorgen: «Entsprechend ist es zu begrüssen, dass der freie Markt auch funktioniert und spielt und den Kunden so die Möglichkeit gibt, ihren bevorzugten Anbieter zu wählen.» Eines kann UPC nicht bieten: die lokale Präsenz. Es gäbe eine Support-Nummer bei Pro­blemen ist an der gestrigen Pressekonferenz zu hören.

Bei MySports ändert sich in Zuger Netzen vorerst nichts

Interessant ist der Umstand, dass UPC im Vorjahr MySports lanciert hat. Dieser Sportkanal zeigt zum Beispiel seit dem vergangenen September alle Eishockeyspiele in der obersten Spielklasse. Die Rechte daran hatte früher die Swisscom. UPC hat wohl das Doppelte dafür bezahlt.

Die WWZ wie auch Databaar beziehen das Signal für diese Sportsender von der UPC. Alle drei Anbieter sind wiederum unter dem Label Suissedigital zusammengeschlossen.

Der WWZ-CEO sagt: «Die Kabelnetzbranche hat die Rechte für die Sportsender für fünf Jahre, also bis 2022 mit UPC als Vertragsnehmer erworben.» UPC verspricht im Kanton Zug drahtloses Surfen in jeder Ecke und verspricht eine breite Palette von Sendern.

Fakt ist: WWZ, Databaar, Swisscom, Zattoo, Wilmaa und weitere Anbieter in diesem Segment haben die Auswahl für den Kunden keineswegs einfacher gemacht. Schwierig ist es auch, die Preise unter den Mitbewerbern zu vergleichen. Ein Pluspunkt bei der zunehmenden Zahl von Streaming-Angeboten wie Netflix, Amazon, Prime, Apple oder Google ist sicher die Internet-Übertragungsrate. WWZ-CEO Andreas Widmer zieht da einen Trumpf aus dem Ärmel: «Aktuell baut die WWZ ihr Netz flächendeckend auf ein Gigahertz auch in ländlichen Gebieten aus.» Wetten, dass die Mitbewerber auf dem Platz Zug bald nachziehen werden? Immer schneller und so weiter geht also doch. Und im Kanton Zug wird gar noch der Kuchen grösser.

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