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Die Rechnung Walchwil schliesst mit einem kleinen Minus ab

Die zweite aufeinanderfolgende Rechnung mit einem negativen Ergebnis bietet gemäss dem Gemeindepräsidenten keinen Anlass zur Sorge. Die Bautätigkeit trägt zu dieser Überzeugung bei.
Raphael Biermayr

Stefan Hermann spricht im Zusammenhang mit der finanziellen Situation in Walchwil von einer «kleinen Aufbruchstimmung». Das mag auf den ersten Blick befremden, hat die Jahresrechnung doch zum zweiten Mal in Folge mit einem Minus abgeschlossen. Doch die Aussage des Gemeindepräsidenten und Finanzchefs (CVP) zielt auf die nahe Zukunft ab. Denn dank der Fertigstellung der Oberdorfstrasse sowie der Klärung der Situation bezüglich des Doppelspurausbaus der SBB sei die Verunsicherung verschwunden, von der in den vergangenen Jahren häufig die Rede war.

Die Oberdorfstrasse in Walchwil ist seit dem Sommer 2018 für die Durchfahrt offen. (Werner Schelbert, 6. Juli 2018)

Die Oberdorfstrasse in Walchwil ist seit dem Sommer 2018 für die Durchfahrt offen. (Werner Schelbert, 6. Juli 2018)

Als Indiz dafür dient Hermann einerseits die Tatsache, dass die Bevölkerung 2018 – im Gegensatz zum Rückgang im Vorjahr – um 45 Personen angestiegen sei. Andererseits stiessen die geplanten oder bereits im Bau befindlichen Wohnungen auf reges Interesse. Tatsächlich: Gemäss den Angaben auf den Homepages der Überbauungen Grossmatt (29 Wohnungen), Obersecki (19) und Dürrenburg (18) sind fast alle Objekte verkauft respektive vermietet oder von Interessenten reserviert worden. Dass es sich dabei um hochpreisige Wohnungen handelt, lässt den Umkehrschluss zu, dass die Gemeinde sich über weitere steuerzahlungskräftige Einwohner freuen darf.

Deutlich weniger Steuereinnahmen

Doch zurück zur Rechnung 2018. Diese fällt mit einem Aufwandüberschuss von 1,3 Millionen Franken etwas weniger negativ aus, als im Budget vorhergesehen (minus 1,6 Millionen Franken). Dies, obwohl die Steuererträge fast 1,5 Millionen Franken tiefer waren als im Voranschlag:

Das bezieht sich in Walchwil grösstenteils auf natürliche Personen. Hermann zufolge ist der Ausfall bei jener Steuerzahlergruppe noch höher, kann aber im Gesamtergebnis durch höhere Steuereinnahmen bei den Grundstückshandänderungen sowie tieferen Finanzausgleichsleistungen abgemildert werden. Darüber hinaus fielen im Zusammenhang mit der Oberdorfstrasse und der Tennisanlage weniger Abschreibungen als budgetiert an.

Der Gemeinderat wird der Gemeindeversammlung vom 25. Juni vorschlagen, den Aufwandüberschuss vom Eigenkapital abzubuchen. Jenes würde danach mit 26,7 Millionen Franken nach wie vor ein beruhigendes Polster darstellen. Freude bereitet Hermann auch, dass, bis auf die Sozialabteilung, alle Abteilungen beim Aufwand unter den Budgetvorgaben blieben. «Die Kostendisziplin, die wir über mehrere Jahre aufbauten, ist mittlerweile im Bewusstsein aller angekommen. Bei uns wird eher zweimal hingeschaut, die Vernunft darüber aber nicht vergessen», führt Stefan Hermann lobend aus.

Das sind Sätze, wie sie wortgleich von seinem Vorgänger Tobias Hürlimann stammen könnten. Der langjährige und detailversessene Gemeindepräsident wird von Hermann bei den Ausführungen zur Rechnung mehrmals erwähnt und zitiert. «Er sagte, dass die Talsohle bald durchschritten sei. Danach sieht es nun wirklich aus», sagt Hermann, und bezieht sich auf die eingangs erwähnten Zeichen des Aufbruchs.

Lehrreiche Monate

Für den vormaligen Schulpräsidenten hat mit dem neuen Jahr ein neuer Abschnitt in seiner politischen Laufbahn begonnen. Nach der Übernahme der Finanzabteilung hat sich der still gewählte Gemeindepräsident «in die Aufgabe reingekniet und mich mehrmals mit der Finanzabteilungsleiterin und der Rechnungsprüfungskommission ausgetauscht. Es ist mir wichtig, die Zusammenhänge grundlegend zu verstehen», sagt er. Entsprechend intensive Monate würden hinter ihm liegen. In Bezug auf die Gemeinde, lässt sich der Ausdruck «intensiv» auf die vergangenen Jahre anwenden. Diese waren von grossen Investitionen, vor allem im Zusammenhang mit der Oberdorfstrasse, geprägt. Geht es nach Hermann und seinen Gemeinderatskollegen, sollen nun ruhigere Zeiten anbrechen.

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