Die reformierte Kirche Zug schafft mehr Stellen und verlangt weniger Steuern

Der Grosser Kirchgemeinderat der reformierten Kirche im Kanton Zug hat in seiner Herbstsitzung über das Budget 2020, den Rahmenstellenplan und die Entschädigungen für Ämter entschieden.

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Die reformierte Kirche in der Stadt Zug. (Bild: Stefan Kaiser)

Die reformierte Kirche in der Stadt Zug. (Bild: Stefan Kaiser)

(bier) Der Grosse Kirchgemeinderat, das Parlament der reformierten Kirche im Kanton Zug, tagte am 11. November. Dem Rat lag eine Motion von Thomas Neurauter (Mitglied des Grossen Kirchgemeinderates und Mitglied der Bezirkskirchenpflege Rotkreuz) vor, nach der die Entschädigungen für einzelne Ämter in der Bezirkskirchenpflegen neu geregelt werden sollten. Der Kirchenrat ging in seinem Bericht mit einigen Abweichungen darauf ein.

Diskutiert wurde im Parlament, welche Ämter mit einer Jahresentschädigung versehen werden sollten. Das Parlament entschied, Kirchenpflegepräsiden mit 5000 Franken respektive 5500 Franken für den grossen Bezirk Zug/Menzingen/Walchwil sowie das Ressort Finanzen mit 1000 Franken zu entschädigen. Das teilt der Grosse Kirchgemeinderat mit.

Der Rat stimmte ausserdem dem Antrag auf Erweiterung des Rahmenstellenplans zu. «Anpassungen erweisen sich als notwendig und erlauben so zum Beispiel den Bezirkssekretariaten Spielraum zur Entlastung in administrativer Hinsicht von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Seelsorge, in der Diakonie und in der Katechese», heisst es in besagter Mitteilung dazu. Auch der Unterstützung der Bezirkskirchenpflegen und dem gestiegenen Aufwand für den Internetauftritt werde damit Rechnung getragen.

Die Fachstelle Religionspädagogik, deren Aufgaben zur Unterstützung der Religionslehrpersonen und der Sicherstellung von Bildungsstandards zunehmend komplexer werden, kann nun um 30 Prozent und die Sekretariatsstelle für den Religionsunterricht um 15 Prozent aufgestockt werden.

Ausserdem wird die Triangel-Beratungsstelle ausgebaut. Diese ist eine Dienstleistung der reformierten Kirche mit psychologischen Beratungsangeboten für Einzelpersonen, Jugendliche, Paare und Familien und im Bereich Schuldenberatung. Es wurden 30 Stellenprozente gesprochen, um die «Kontaktstelle Selbsthilfe» ab 1. Januar 2020 übernehmen zu können. Bisher sei diese Arbeit, vom Kanton finanziert, bei der Frauenzentrale Zug gelegen. Ab 2020 werde sie nach Angaben des Kirchgemeinderats vom Kanton nicht mehr unterstützt.

Senkung des Steuersatzes

Das Parlament bewilligte das Budget 2020 einstimmig. Darin enthalten sind 160 000 Franken für das Multimediaprojekt, das in der Parlamentssitzung im Juni bereits vorgestellt und diskutiert wurde. Über die definitive Durchführung des Projekts entscheidet der Grosse Kirchgemeinderat nach einer Konzeptüberarbeitung in seiner Sitzung im März 2020.

Der Steuersatz wurde für das Jahr 2020 leicht reduziert. Die Einkommens- und Vermögenssteuer für Natürliche Personen sowie die Reingewinn- und Kapitalsteuer für Juristische Personen sind mit 9,5 Prozent (bisher 10 Prozent) der kantonalen Einheitssätze mit einem zusätzlichen Rabatt von 1 Prozent festgesetzt. Daraus resultiert ein ausgeglichenes Budget mit einem Ertragsüberschuss von 145 000 Franken.

Gisler bleibt Präsident

Die Wahl des Präsidiums des Grossen Kirchgemeinderates steht alle zwei Jahre an und war wieder fällig. Einstimmig wählten die Mitglieder Max Gisler für eine zweite Amtsperiode und begrüssten ihn nach dem Ausstand mit starkem Applaus.

Aus dem Kirchenrat tritt auf Ende Jahr Marc Nagel zurück, der seit 14 Jahren das Ressort Finanzen betreut. Ihm wurde für seine sorgfältige und umsichtige Betreuung der Finanzen gedankt. Für die Nachfolge sind drei Kandidierende angetreten, die Wahl findet am 24. November 2019 statt.