Ideale Bedingungen: Auch im Kanton Zug sind die Beeren früher reif als gewohnt

Vor allem Erdbeeren gibt es dieses Jahr in Massen. Der Absatz in den Hofläden ist dank der Coronapandemie weiterhin hoch, zeigt eine Umfrage.

Julia Lüscher
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Jonas Boog vom Buuregarte Hünenberg erntet Himbeeren.

Jonas Boog vom Buuregarte Hünenberg erntet Himbeeren.

Stefan Kaiser (Hünenberg, 16. Juli 2020)

«Die Schweizer Beeren sind rund zehn Tage früher erntereif als normalerweise», sagt Beatrice Rüttimann, Sprecherin des Schweizer Obstverbands. «Ungefähr 3400 Tonnen Strauchbeeren werden in den nächsten Wochen von den Produzenten gepflückt.» Die Erntesaison der Beeren laufe in der Schweiz nur von Juli bis Oktober. «Der Konsum der Himbeeren stieg nach den Tagesmeldungen im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent. Auch bei den Heidelbeeren stieg er um zehn Prozent», meint Rüttimann. Die Erntemengen würden den Vorjahreszahlen entsprechen.

Die aktuellen Wetterbedingungen seien ideal für Beeren. «In der Schweiz werden sie nach strikten ökologischen Richtlinien produziert», so Rüttimann. Dank der kurzen Verkehrswege bei der inländischen Produktion gelangen die Früchte frisch in die Regale, was zudem umweltschonender ist. «Beeren sind beliebt, weil sie gut weiterverarbeitet werden können wie zum Beispiel zu Konfitüren, Kompotten und Likören. Zudem enthalten sie wertvolle Mineralien, Fruchtsäure und sekundäre Pflanzenstoffe.»

Vor allem die Erdbeerernte ist heuer gut

In Zug sei ein starkes Pflanzenwachstum vorhanden, was auch zu einer guten Ernte führe, erklärt Ueli Staub vom Zuger Bauernverband. «Das liegt am Wetter. Die Temperaturen und die Feuchtigkeit waren nicht zu hoch.» Auch Jonas Boog vom Buuregarte Boog in Hünenberg kann dies bestätigen: «Die Trockenheit hilft, weil so die Pflanzen und die heranreifenden Früchte weniger von Pilzkrankheiten befallen werden können.» Vor allem die Erdbeerernte sei dieses Jahr gut ausgefallen wegen des optimalen Wetters. Ueli Staub meint, das Problem liege bei den Kirschen, weil die Kirschessigfliege auch dieses Jahr wieder für viele Ausfälle sorge. Der Frost habe die Kirschenernte ebenfalls eingeschränkt, erklärt Philipp Hotz vom Hotzenhof in Baar.

«Die Einschränkungen wegen der Coronakrise sind während der Erntearbeiten wiederum nicht sehr gross», erklärt Boog. Ueli Staub findet sogar einen Vorteil an der Krise: «Viele kaufen nun ihre Früchte bei den Hofläden der Bauern, damit sie nicht unter die Menschen müssen. Das fördert den regionalen Absatz.» In dieser Zeit schaue der Konsument mehr auf Schweizer Produktion, weshalb die Früchte gut verkauft würden, meint Philipp Hotz.

«Generell kann man sagen, dass die diesjährige Ernte bei allen Früchten etwa zwei Wochen früher ist als im Vorjahr», so Hotz. «Von grossen Unwettern wie Starkregen, Wind und Hagel wurden wir bislang verschont.» Die Erntemengen seien gut, jedoch nicht überdurchschnittlich, berichtet Boog. Eine grosse Staffelung der Ernte der Früchte sei dieses Jahr zu verzeichnen, was einen Vorteil darstelle. «Zum Beispiel im Jahr 2018 gab es einen kalten Frühling und später im Jahr wurde es schlagartig warm. Das hat dazu geführt, dass in kurzer Zeit sehr viele Früchte reiften, was für die Ernte und den Verkauf sehr anspruchsvoll war.» Jonas Boog betont: «Das Wetter ist trotz der Wässerungsanlagen und Schatten bietenden Tunnels für die Kulturen sehr entscheidend.»

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