Im Ägeribad ärgert nur noch die Sache mit den Garderobenkästen

Seit drei Monaten ist das Ägeribad offen. Die meisten Kinderkrankheiten konnten ausgemerzt werden, andere beschäftigen die Verantwortlichen aber noch immer. Angelaufen ist der Betrieb erfreulich erfolgreich.

Carmen Rogenmoser
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Das Ägeribad hat in Bezug auf die Eintritte die Erwartungen übertroffen. (Bild: Daniel Frischherz, Oberägeri, 19. September 2018))

Das Ägeribad hat in Bezug auf die Eintritte die Erwartungen übertroffen. (Bild: Daniel Frischherz, Oberägeri, 19. September 2018))

In Oberägeri zeigt sich seit kurzem ein neues Bild: Personen laufen, bepackt mit grossen Taschen, Schwimmwesten oder Poolnudeln, durchs Dorf. Ihr Ziel: das Ägeribad. Vor drei Monaten hat der Prestigebau seine Türen geöffnet – und der Andrang ist gross, wie Pius Meier, Verwaltungsratspräsident der Ägeribad AG, bestätigt. «Sowohl im Restaurant wie auch im Bad und im Wellnessbereich liegen die Zahlen über den Erwartungen.» Das habe eine erste Auswertung gezeigt. Am ersten regnerischen Sonntag Anfang November konnten 1300 Eintritte verzeichnet werden.

«Dieser Rekord konnte über die Festtage vielleicht sogar geknackt werden», mutmasst Pius Meier. Er weiss, was im Bad vor sich geht. Mindestens einmal pro Woche macht er einen Abstecher dorthin. Nicht etwa zum Baden, dafür sei er nicht so der Typ. Die Freude über das Ägeribad ist ihm allerdings ins Gesicht geschrieben. Nach der kräftezehrenden Abstimmungs- und Bauphase ist es für ihn nun etwas ruhiger geworden. «Wir erhalten viele Komplimente für das Bad.» Auch von Personen, die anfänglich gegen das Vorhaben gewesen waren und nun zugeben, dass etwas Gutes entstanden ist. «Dieses Feedback ist eine grosse Genugtuung, nach dem das Projekt viel mentale Energie gekostet hat», gibt Meier zu. Zumal in der Zwischenzeit auch die meisten anfänglichen Mängel ausgemerzt werden konnten. So brauchte die Heizung Zeit, bis sie richtig eingestellt war. «Zwischenzeitlich lagen die Rauchemissionen über den Grenzwerten», gibt Meier zu. Jetzt aber hätten sich die Techniker mit der Anlage eingelebt. Schnell funktioniert haben hingegen die Lüftung und die Wasseraufbereitung. Nicht einwandfrei lief anfangs aber die Handhabung der Abonnement-Karten und am Ambiente des Restaurants wird auch noch geschraubt. «Es gibt konstruktive Kritik, dass das Restaurant nicht behaglich wirkt und ziemlich dunkel ist», sagt Meier. Persönlich könne er das nachvollziehen. «Wir haben nun einen Kostenvoranschlag für helleres Licht in Auftrag gegeben und schauen, was wir im Bereich Gestaltung machen können.»

Die Arbeit geht nicht aus

Und dann ist da noch die Sache mit den Garderobenkästen. «Die letzte Kinderkrankheit», wie Pius Meier sagt. Noch funktioniert die Elektronik der Kästen im Zusammenspiel mit den Eintrittskarten, die als Schlüssel dienen, nicht immer. Einige der Kästen mussten gar mit dem Schraubenzieher geöffnet werden. «Das ist für die Kunden und vor allem für das Personal keine einfache Situation», sagt der Verwaltungsratspräsident. Man sei mit der Firma in Kontakt und habe den Ton entsprechend verschärft. Für Arbeit sorgt ein weiterer unvorhersehbarer Umstand: Der Geschäftsführer Stefan Schlatter musste seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Momentan läuft die Suche nach einem Nachfolger. Die Bewerber seien vielversprechend, verrät Meier. Neuigkeiten gebe es in einigen Wochen.

Bei der Bevölkerung sorgten im Vorfeld zwei Aspekte für Diskussionen: die Finanzierung des Bades und die Parkplätze. «Die Prognose der Endabrechnung sieht gut aus», sagt Meier. Weil sich die finanzielle Situation der beteiligten Gemeinden Unter- und Oberägeri positiv zeige, habe man beschlossen, bereits Rückstellungen für den Erneuerungsfonds zu machen. «In der Botschaft steht, dass das spätestens ab dem 5. Betriebsjahr der Fall sein soll.» Diesen Spielraum habe man sich bewusst offen gehalten. «An den Folgekosten ändert sich nichts.» In Bezug auf die Parkplätze hat die Gemeinde reagiert: Im Dorf gibt es ein Parkleitsystem, das anzeigt, wie viele Parkplätze beim Bad oder in der Tiefgarage frei sind. Bald sollen die Anzeigen mit dem Parkplatz Maienmatt ergänzt werden. Der Suchverkehr halte sich in Grenzen und von «Wildparkern», die ihr Auto auf privaten Plätzen abstellen, hat Meier bisher nichts gehört. «Die Herausforderung kommt im Sommer, wenn auch die See-Badi offen ist.» Diese ist kostenlos zugänglich. Eine Badeaufsicht werde während der Hauptsaison, wie in der Abstimmungsvorlage umschrieben, gestellt. Dies aus Sicherheitsgründen, insbesondere auch in Zusammenhang mit dem Sprungturm, so Meier. Der Bademeister gehört zwar zum Team der Ägeribad AG, seine Lohnkosten werden aber der Einwohnergemeinde Oberägeri weiterverrechnet.