Die Sanierung des Theilerhauses in Zug nimmt Gestalt an

Der Kanton Zug hat sich für das Projekt «Estrade» entschieden. Unters Dach kommt ein Gerichtssaal.

Andrea Muff
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So soll das Theilerhaus dereinst aussehen.

So soll das Theilerhaus dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Das Theilerhaus an der Hofstrasse 13 im Süden der Stadt Zug steht schon seit längerem leer und ist sanierungsbedürftig. Nun geht es einen Schritt vorwärts: Eine Jury aus internen und externen Fachpersonen hat aus zehn eingereichten Beiträgen das Generalplanerteam gewählt. Das Siegerprojekt heisst «Estrade» von der Arge CST Architekten AG und Eggenspieler Architekten AG aus Zug. Das Projekt zeichnet sich laut Mitteilung der kantonalen Baudirektion durch einen gelassenen und respektvollen Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude aus. Insgesamt wurden zehn Teams für das Auswahlverfahren eingeladen.

In das Theilerhaus soll künftig das Verwaltungsgericht einziehen. Dieses gebe dem Gebäude einen Inhalt, der zum repräsentativen architektonischen Ausdruck passe, heisst es im Bericht des Beurteilungsgremiums zur Instandsetzung und Umbau des Theilerhauses. Die Räumlichkeiten für das Gericht sollen im 1. und 2. Obergeschoss sowie im Dachgeschoss bereitstehen und möglichst passend in die bestehende Struktur des denkmalgeschützten Hauses integriert werden. Der Schutzumfang betrifft laut Bericht die historische Baustruktur sowie die äussere Erscheinung.

Bistro im Erdgeschoss soll als Treffpunkt dienen

Im Innern sei die ursprüngliche symmetrische Grundrissstruktur mit zentralem Mittelteil und seitlichen Flügeln zu erhalten. Die Treppenhäuser können, falls unumgänglich, ersetzt und gegebenenfalls neu interpretiert werden. Zudem müssen alle Geschosse behindertengerecht erschlossen sein und den brandschutztechnischen Anforderungen entsprechen.

Das im Erdgeschoss angedachte Bistro soll einerseits Verpflegungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter an der Hofstrasse bieten und andererseits soll es für das Quartier und die Zuger Bevölkerung als Treffpunkt und Ausgehort dienen. Zudem soll der Betreiber einen Mittagstisch für die Schüler der Fachmittelschule sowie für das Catering für den Eventraum/Aula in der Shedhalle anbieten, heisst es im Bericht zur Aufgabenstellung.

Das Siegerprojekt «Estrade» plant einen «abgetreppten und terrassierten» Arealzugang. Das heisst, der ansteigende Weg zur Shedhalle wird mittels Treppen und kleiner Terrassen erschlossen. Hinter dem Theilerhaus ist ein kleiner Anlieferungsanbau mit Warenlift angedacht. Dieser soll die neuen Lagerräume mit der Küche im Altbau verbinden. Weiter schreibt das Gremium, dass in der Organisation des Verwaltungsgerichts die Stärke des Vorschlags liege.

«Durch die Platzierung des Gerichtssaals im Dachgeschoss können die übrigen Räume richtig zueinander in Bezug gesetzt werden, störende funktionelle Überschneidungen werden entflechtet.»

Für die Erschliessung der Geschosse werde von den beiden Treppenhäusern das nördliche aufgegeben und durch eine neue Treppe mit Lift ersetzt.

In der Mitteilung verweist die Baudirektion darauf hin, dass aufgrund der aktuellen Situation auf die Ausstellung der zehn Projekten verzichtet werde. Der Bericht des Beurteilungsgremiums ist auf der kantonalen Website der Baudirektion unter Hochbauamt und laufende Projekte zum Herunterladen bereit. Das Vor- und das Bauprojekt soll rund in einem Jahr abgeschlossen sein. Der Baubeginn ist laut Mitteilung nach der Genehmigung des Objektkredits durch den Kantonsrat auf Anfang 2023 geplant. Die Inbetriebnahme soll Ende 2024 erfolgen.