Die SBB suchen Ersatz für ältere Stadtbahn-Züge

Auch die sogenannten Flirt-Züge auf dem Zuger Stadtbahnnetz sollen durch neuere Modelle ausgetauscht werden.

Marco Morosoli
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Stadtbahn Zug: Eine Stadtbahn im Bahnhof Oberwil auf dem Weg nach Zug.

Stadtbahn Zug: Eine Stadtbahn im Bahnhof Oberwil auf dem Weg nach Zug.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. Februar 2020)

Auf dem Netz der Zuger Stadtbahn verkehren seit 2004 sogenannte Flirt-Züge. Bis Ende dieses Jahrzehnts sind diese zu ersetzen. Die Flirts – das Wort ist eine Abkürzung für «flinker, leichter, innovativer, regionaler Triebzug» – erweisen sich für den Ostschweizer Fahrzeugbauer als Beginn einer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile fahren mehr als 1000 Fahrzeuge in verschiedensten Konfigurationen in Europa, Afrika und Amerika. In dieser Zeit haben die Flirt-Züge da und dort ihr Aussehen verändert. Die neusten Exemplare dieser Triebzug-Familie fahren derzeit auf dem Netz Léman-Express.

Am 18. Mai haben die SBB bekannt gegeben, dass sie zusammen mit Thurbo und RegioAlps 194 einstöckige Triebzüge ausschreiben. Dabei wollen die drei Unternehmen ältere Fahrzeuge ersetzen. «Die Züge der SBB sind auf eine Lebensdauer von ungefähr 25 Jahren ausgelegt», sagt der SBB-Mediensprecher Raffael Hirt.

Die ersten neuen Züge verkehren ab Fahrplan 2026

Dass die drei Transportunternehmen ihren Auftrag unter einem Dach ausschreiben, macht Sinn. Thurbo (Ostschweiz) und RegioAlps (Wallis) befinden sich zur Mehrheit im Besitze der SBB. Es sei, so ist der Medienmitteilung zur Ausschreibung zu entnehmen, an den Ersatz von vorerst 194 Einheiten gedacht. Ziel ist es, die Typenvielfalt zu verkleinern. So gibt es bei Thurbo jeweils eine kurze sowie eine lange Variante. Die SBB beziffern den Bestellungsumfang auf rund 1,5 Milliarden Franken. Mittlerweile scheinen die SBB aus Beschaffungsdebakeln wie beim Twindexx-Triebzug von Bombardier gelernt zu haben. Die drei Unternehmen setzen auf ein «bewährtes Fahrzeugkonzept», auf eine Neuentwicklung verzichten die Besteller. Wichtig zudem: Die einstöckigen Züge sollen so aufgestellt sein, dass sie in Deutschland wie auch in Österreich verkehren können.

Es gibt ein mehrstufiges Verfahren. Bis Ende 2020 wollen die SBB die drei Bieter bekannt geben, die ihre Offerte verfeinern dürfen. Die ersten neuen Züge sollen ab Fahrplan 2026 verkehren. Bis dahin, so ergänzt der SBB-Sprecher Raffael Hirt, «rollen die Züge alle sieben bis zehn Tage in eine Serviceanlage». Dort unterziehen Spezialisten die Triebzüge einer gründlichen Kontrolle. Gewisse Bauteile überprüfen die SBB nach verbindlichen Vorgaben und vorgegebenen Intervallen. Gereinigt würden die Züge bei jedem Werkstattbesuch. Wie Hirt noch anfügt, sollen durch diese Tätigkeiten «lange Standzeiten» verhindert werden.

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