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Die Schattenseite des schönen Wetters im Ägerital

Die Quellen des Ägeritals, die normalerweise für die Hauptwasserversorgung verantwortlich sind, leiden unter den Folgen der Hitze.
Emily Flammer

«Auf der Sonnenseite des Lebens, über der Nebelgrenze an der Quelle der Naturkraft auftanken und dennoch die entscheidenden Zentren schnell erreichen.» So wird Oberägeri auf der Website der Einwohnergemeinde beschrieben. Normalerweise könnte dem wohl kaum widersprochen werden.

Doch im Sommer, wenn es ungewöhnlich heiss wird und es seit Tagen keinen Regen mehr gab, können auch in Oberägeri die Schattenseiten der Hitze erlebt werden. Das Hochtal liegt direkt am Nordufer des Ägerisees, aus dem seit 1993 mit Hilfe des Seewasserwerks Ägerital, das einzige im Kanton Zug, Wasser gepumpt wird.

Die Quellen liefern zu wenig Trinkwasser

Im Normalfall werden rund 80 Prozent der Wasserversorgung durch die 12 Quellen im Gemeindegebiet übernommen. Nur ungefähr 20 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem Seewasserwerk. Aktuell werden aber laut der Assistentin der Verwaltungsleitung in der Gemeinde, Patricia Kälin, zwei Drittel Seewasser und ein Drittel Quellwasser gefördert. «Die Quellen bringen zurzeit wenig Trinkwasser», meint Patricia Kälin. Jedoch sei die Situation für die derzeitige Trockenheit normal. Höchstens Erich Duss, der Verantwortliche für die Wasserversorgung, könnte durch den allfälligen Mehraufwand etwas mehr ins Schwitzen kommen. «Generell kann das fehlende Quellwasser durch das Seewasserwerk kompensiert werden. Es hat auch genug Leistung, um Unterägeri und Allenwinden zu versorgen, und hat dann immer noch freie Kapazität», wie Kälin fortfährt. Nur bei einem mehrtägigen Stromausfall könne es zu einem Engpass kommen, wofür es jedoch ein Notfallkonzept gebe.

Das Werk ist unverzichtbar

Wie im Jahresbericht 2018 zu lesen ist, bildet das Seewasserwerk Ägerital nebst dem Grund- und Quellwasser das dritte Standbein der Wasserversorgung. Ausserdem stehe es für allfällige Spitzenabdeckungen jederzeit für die Produktion zur Verfügung. Das Seewasserwerk war aber nicht von Anfang an willkommen in der Gemeinde, denn der Bau kostete gut sieben Millionen Franken. Oberägeri übernahm dabei zwei Drittel der Kosten, Unterägeri ein Drittel.

Die Trinkwasserversorgung in Oberägeri besteht aus fünf Zonen mit jeweils mindestens einem Reservoir: Dorf/ Morgarten, Eichli, Moos, Alosenrain und Böschi. In einer trockenen und heissen Periode wie die jetzige würden die Wasserversorgungen es begrüssen, wenn der Rasen nicht gewässert würde, da er sich bei Regen schnell erholen könne, so die Assistentin der Verwaltungsleitung weiter. Ebenso sei es nicht sinnvoll, das Auto zu waschen und Vorplätze zu spülen. Durch dieses Verhalten der Konsumenten könnten die Trinkwasserressourcen ökologischer genutzt werden. Ansonsten gibt es aber kein Grund zur Sorge. «Die Wasserversorgungen im Ägerital sind gut vernetzt und für eventuelle Störungen vorbereitet», kann Kälin beruhigen.

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