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Podiumsdiskussion in der PH Zug über den Wandel der Schule

Am Dienstag diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wirtschaft und Politik an der PH Zug über die Resultate des Bildungsberichts. Es ging um Digitalisierung und die Schaffung gleicher Grundvoraussetzungen.
Pascal Studer
Die Digitalisierung hält auch in der Schule rasant Einzug. Auf dem Bild ist eines der neuen modernen Schulzimmer der Kantonsschule Menzingen zu sehen. (Bild: Daniel Frischherz)

Die Digitalisierung hält auch in der Schule rasant Einzug. Auf dem Bild ist eines der neuen modernen Schulzimmer der Kantonsschule Menzingen zu sehen. (Bild: Daniel Frischherz)

Die Sonne scheint durch das offene Fenster der Aula der PH Zug und bereitet den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern einen warmen Empfang. Grund für ihr Kommen ist der Anlass «Schule im Wandel», an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wirtschaft und Politik die Problematiken und Herausforderungen, aber auch Chancen der zukünftigen Bildungslandschaft diskutieren. Die Schule steht im Wandel, besonders unter Einfluss der Digitalisierung und der zunehmenden Sprachenvielfalt. Dies bewegt – und regt zu einem vielfältigen Meinungsaustausch an.

Entsprechend viele Kugelschreiber kratzen daher auf Papier, als Esther Kamm, Rektorin der PH Zug, die Anwesenden mit wachem Blick begrüsst: «Es hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert», sagt sie. Damit meint sie unter anderem die zunehmende Wichtigkeit von Informatik-Kenntnissen bei Schülerinnen und Schüler, sie betont diesbezüglich auch den Lehrplan 21, welcher im kommenden Schuljahr an allen Zuger Schulen eingeführt wird. Man sei ja schliesslich wandelbar. Wandlungsfähig zu sein, so scheint es, avanciert zu einer Kernkompetenz aller Beteiligten des Bildungssystems, von Lehrpersonen bis Bildungsdirektoren.

Erkenntnisse aus dem Bildungsbericht

Chantal Oggenfuss, die inzwischen das Rednerpult betreten hat, untermauert diese Annahme aus der Forschungsperspektive. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) präsentiert sie den Zuhörerinnen und Zuhörern mit warmer Stimme den Bildungsbericht Schweiz. Oggenfuss hat an diesem 339-seitigen Bericht selbst mitgearbeitet. «Der Bildungsbericht dient als Beobachtung des Schweizer Bildungssystems», sagt sie. Weiter zeige er auf, wo Wandel erkennbar sei. So hat sich beispielsweise die Quote der Berufsmaturität in den letzten paar Jahren stark verändert: Seit 1998 wählen mehr als doppelt so viele Schülerinnen und Schüler diesen Ausbildungsweg. Die Quote der gymnasialen Maturität blieb stabil. Als grösste Herausforderung benennt der Bildungsbericht die Digitalisierung und die Migrationsfrage.

Während zum Thema Digitalisierung noch wenige Forschungsergebnisse vorliegen, fällt bei der Migrationsfrage besonders eine Erkenntnis auf: Die Leistungsentwicklung von fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler verläuft negativer als diejenige der Schülerinnen und Schülern, die den Unterricht in ihrer Muttersprache verfolgen können. Noch schlechter ist die Lernkurve der Kinder aus benachteiligten Familien. Diese Erkenntnisse wurden bereits in der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 festgestellt und sind alles andere als neu.

Die Problematik wurde anschliessend auch im Podiumsgespräch thematisiert. «Wir versuchen, die besten Grundvoraussetzungen für alle Kinder zu schaffen», sagt Stephan Schleiss, Bildungsdirektor des Kantons Zug. Peter Meier, Rektor der Schule Steinhausen, fügt hinzu, dass die Schule auch ein Abbild der Gesellschaft sei. Ein Abbild der Gesellschaft ist auch, dass Lehrpersonen immer mehr auf die Individualität der Schülerinnen und Schüler eingehen. Es gibt Angebote für benachteiligte Kinder, aber auch musisch oder sportlich talentierte Schülerinnen und Schüler finden Möglichkeiten, um an ihren Stärken zu feilen.

Auch Hochbegabte fördern

Anders sieht die Situation für überdurchschnittlich intelligente Kinder aus. Was Hochbegabung bedeutet und wie man ihr begegnen sollte, ist vielen Eltern und Lehrpersonen noch unklar. «Hochintelligente dürfen nicht vom Karren fallen», betont Hans Zürcher, Präsident des Vereins Talentia Zug. Entsprechend äussert er zum Schluss des Podiumsgesprächs einen Wunsch: «Es ist mir ein Anliegen, dass das Thema Hochbegabung mehr auf die öffentliche Agenda kommt.»

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