Kolumne

Die Schüler fehlen

PH-Studentin Valentina Varisco über ihren Umgang mit der aktuellen Situation.

Aufgezeichnet von Vanessa Varisco
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Valentina Varisco (21), Studentin PH, Hagendorn

Valentina Varisco (21), Studentin PH, Hagendorn

Mein Studentenalltag steht Kopf, seitdem die Schulen – und damit auch die pädagogische Hochschule – geschlossen sind. Denn: Ja, natürlich gibt es Online-Kurse, Video-Chats und Hausaufgaben. Aber das ist einfach nicht dasselbe wie eine Vorlesung, ein Pausenkaffee mit Freundinnen und das Unterrichten im Klassenzimmer. Für mich als PH-Studentin gehört das Unterrichten zum Studium wie die Butter aufs Brot. Derzeit fühlt sich alles entsprechend eher wie eine Trockenübung an. Natürlich hat das nicht nur Schlechtes. Fundiertes theoretisches Wissen, das ich mir aneigne, ist entscheidend für pädagogisch wertvollen Unterricht.

Nichtsdestotrotz: Das alles zu Hause zu lernen, beinhaltet einige Knacknüsse. Nicht nur, dass mir ein Teil meiner Tagesstruktur fehlt. Die Mitbewohner, in meinem Fall meine Familie, erleichtert mir das Leben in den seltensten Fällen. Oft höre ich «Vali! Vali! Vaaaaali!», werde gebeten aufzuräumen – mal ehrlich, wieso? Besuch kommt sowieso keiner aufgrund der Coronamassnahmen – und die wirren Anrufe meiner Schwester sind schwer abzuwimmeln. Einen Lichtblick gibt es immerhin: Per Video-Chat darf ich mich einem Schüler widmen.

Die Freizeitgestaltung ist eine weitere Herausforderung. «Lädele» fällt bekanntlich aus und Online-Shopping betreibe ich nicht wie eine Wahnsinnige. Die Fitnesscenter haben geschlossen und das zusammengebastelte Homegym meiner Schwester traue ich mich nicht zu benutzen. Nicht zuletzt, weil sie mir danach wohl einen ihrer aufgewärmten Thonsalate andrehen würde.

Ich habe aber angefangen, Velo zu fahren. Hagendorn ist weit weitab vom Schuss, da bleibt mir nicht viel mehr übrig, denn die öffentlichen Verkehrsmittel vermeide ich brav. Nicht selten zieht es mich aber zu meinem Freund nach Steinhausen. Das hat für mich auch in Zeiten von Social Distancing Platz. Schliesslich kennen wir uns schon so lange, dass er längst zur Familie gehört.

In dieser Kolumne beschreiben Zugerinnen und Zuger, wie sich die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf ihren Alltag auswirken.