Die Schwingfans überschritten den Schallpegel am Esaf in Zug

Der Stadtrat hat bei der Beantwortung der SVP-Interpellation auf das Eidgenössische Schwingfest zurückgeblickt.

Andrea Muff
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Über 400000 Besucher drückten im August 2019 dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) ihren Stempel auf. Die Schwingfans verwandelten die Stadt Zug vom 23. und 25. August in eine friedliche Partystadt. In einer Interpellation will die SVP-Fraktion vom Stadtrat wissen, was für ein Fazit die Exekutive aus der Grossveranstaltung zieht. Der Mitte Januar eingereichte Vorstoss hat die Exekutive vor kurzem beantwortet.

Aus den Antworten ist zu entnehmen, dass die Stadt Zug dem Sportereignis positiv gegenüber steht. So könne das Esaf als «voller Erfolg» betrachtet werden und von einer «engen und stets guten» Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee (OK) und der Geschäftsstelle des Esaf ist die Rede. «Das Bewilligungsverfahren war von sehr umfangreichen Abklärungen geprägt, welche in einem intensiven und guten Austausch mit der Geschäftsstelle Esaf und einzelnen Abteilungen des OK des Esaf bewältigt worden sind», so der Stadtrat im Vorstoss. Auf ein detaillierter Schlussbericht verzichtet die Stadt. Der Stadtrat werde im Rahmen des Jahresberichts auf das Esaf eingehen.

Verpflichtungskredit nicht ausgeschöpft

Weiter informiert die Stadt, dass sie insgesamt 3605 Tickets (1637 Steh- und 1968 Sitzplätze) an die Stadtzuger Einwohner mittels einer Verlosung verkauft habe. Der Stadtrat versichert, dass im Anschluss ans Esaf «sämtliche Daten im Zusammenhang mit der Ticketvergabe aus der Datenbank der Einwohnerkontrollsoftware gelöscht worden sind». Der Ticketverkauf habe ohne Einsatz von zusätzlichem Personal abgewickelt werden können. Die Stadt Zug hat das Megaevent mit einem Verpflichtungskredit von insgesamt 900000 Franken unterstützt. Gemäss der Vorlage beigelegten Kostenabrechnung wurde dieser Betrag mit insgesamt 853568 Franken nicht ganz aufgebraucht.

Stadtrat verzichtet auf weitere Massnahmen

Profitieren konnte auch die Zuger Hotellerie: Die Zahl der Logiernächte von Schweizer Gästen ist im August in der Stadt um 68 Prozent sowie im Kanton Zug um 22 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind auch die Beherbergungsabgaben für Airbnb-Logiernächte im 3. Quartal um 50 Prozent angestiegen. Auf dem Esaf-Campingplatz und in den Esaf-Massenunterkünften wurden über 29000 Logiernächte gezählt. Anlass zur Kritik gaben einzig die Lärmmessungen. Denn mit der Erteilung der Veranstaltungsbewilligung wurde für Lautsprecher- und Verstärkeranlagen einen maxi­malen Schallpegel festgelegt. Dieser wurde an einzelnen Standorten jeweils von 1 bis 3 Uhr auf einen tieferen Wert – immer noch 96 Dezibel – reduziert.

Während der ganzen Veranstaltungen wurden die Schallpegel aufgezeichnet und anschliessend der Abteilung Sicherheit und Verkehr der Stadt Zug weitergereicht. «Die Auswertung der geforderten Daten zeigte, dass die maximalen Schallpegel insbesondere in den Festzelten und der Party Zone grossmehrheitlich überschritten wurden», schreibt der Stadtrat. Auch seien die geforderten Gehörschutzpfropfen bei den Zelteingängen nur ungenügend angeboten worden. Dem Esaf sei dies mit einem Schreiben vom Stadtrat im Dezember mitgeteilt worden, auf weitere Massnahmen werde jedoch verzichtet.

Wie eingangs erwähnt, ist die Bilanz des Stadtrats durchaus positiv: «Zusammenfassend kann rückblickend festgestellt werden, dass sich die Auflagen – auch wenn sie teilweise mit zusätzlichem Aufwand für den Veranstalter verbunden waren – bewährt haben.» Als Lehre zieht die Stadt, dass «Veranstalter und Bewilligungsbehörden bereits früher, noch bevor die Konzepte ausgearbeitet werden, aufeinander zugehen müssen». Damit könnten Herausforderungen mit weniger Aufwand in noch bessere Lösungen geführt werden. Adaptieren auf andere Feste lässt sich der Grossanlass aber nicht: «Das Esaf war jedoch geprägt von seiner Einmaligkeit», kommt der Stadtrat zum Schluss.

Weil er aggressiv wurde: Esaf-Siegermuni Kolin ist tot

Das gewichtige Maskottchen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2019 in Zug, das durch seine Sanftmut aufgefallen war, musste dem Metzger übergeben werden. Der Grund: plötzliche Aggressivität.
Cornelia Bisch