Die «Seekuh» grast demnächst wieder im Zugersee

Das Mähboot fährt Ende Juni erstmals aus. Es entfernt jährlich rund 30 Kubikmeter Seegras.

Laura Sibold
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Die «Seekuh» in Aktion. Das Reinigungsboot ist seit den 1970er-Jahren auf dem Zugersee unterwegs.

Die «Seekuh» in Aktion. Das Reinigungsboot ist seit den 1970er-Jahren auf dem Zugersee unterwegs.

Bild: Werner Schelbert (8. August 2016)

Die wärmeren Temperaturen laden nicht nur zum Baden im Zugersee ein, sie fördern auch das Seegras. Dieses wächst jeweils im Mai und Juni stark und gedeiht im Zugersee aufgrund der hohen Nährstoffbelastung besonders gut. Abhilfe schafft das kantonale Mähboot, auch «Seekuh» genannt, das seit den 1970er-Jahren auf dem Zugersee unterwegs ist. Es frisst sich mit seinen zahnigen Scheren durch das Seegras und wird von Mitarbeitern des Amtes für Wald und Wild betrieben.

«Das Seereinigungsboot wird für einen ersten Seegrasschnitt etwa Ende Juni erstmals auf dem Zugersee unterwegs sein», sagt Amtsleiterin Priska Müller. Gemäht werde vorwiegend bei den öffentlichen Badeplätzen rund um die Zuger Seegemeinden und beim Bootshafen Zug. Denn Seegras findet man denn auch besonders in Flachwasserzonen, vorwiegend im Bereich Zug bis Cham, wo es Badende beim Schwimmen stören kann. Das Mähboot befreit auch Bootsplätze von Seegras, damit sich dieses nicht in den Schiffsschrauben verheddert.

Nur ein Bruchteil des Grases wird entfernt

Die Mitarbeiter des Amtes für Wald und Wild entfernen mit der «Seekuh» jährlich rund 30 Kubikmeter Seegras aus dem Zugersee. Die Gemeinden entsorgen das Gras dann in der Deponie. Laut Priska Müller wird jedoch nur ein kleiner Teil des Seegrases aus dem Zugersee entfernt. «Wir mähen nur so viel wie nötig, da das Seegras ein wertvoller Lebensraum für Jungfische ist. Nur ein Bruchteil des Seegrases im Bereich der Badeanstalten der Zuger Seegemeinden wird aus dem Zugersee geholt», betont die Amtsleiterin.

Für die Arbeit dient seit mehr als 50 Jahren die «Seekuh», das Seereinigungsboot wurde aber vor gut 15 Jahren erneuert. «Bis auf einige Reparaturen leistet es uns noch immer gute Dienste und wird es hoffentlich auch in den nächsten Jahren noch tun. Aktuell ist keine Neuanschaffung nötig», ist sich Amtsleiterin Priska Müller sicher.

Darüber hinaus sei das Wachstum des Seegrases im aktuellen Jahr so weit durchschnittlich. Wie das Seegras gedeiht, sei allerdings stark von den Witterungsbedingungen abhängig. Ist es sonnig und warm, wächst das Gras schneller. Im August wächst jeweils die Kanadische Wasserpest stark, ein eingeschleppter Neophyt, welcher sich in den letzten Jahren im Zugersee verbreitet hat. In der Regel erfolgt nach dem ersten Schnitt Ende Juni je nach Wachstum des Seegrases ein zweiter Schnitt im August.