Die Sonne lief bei den Narren mit

Strahlendes Wetter bei der Eiche-Zunft in Hünenberg - nicht zuletzt dank der Kindergärtler. Daneben gabs auch witzige politische Kost.

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Mit viel Getöse und Konfetti: Ein Schulkind am Umzug durch das Dorf Hünenberg. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Mit viel Getöse und Konfetti: Ein Schulkind am Umzug durch das Dorf Hünenberg. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Eiche-Zunftvater Sepp III. Grüter und seine charmante Gattin, Irma die Kreative, bringen es auf dem Punkt, wenn sie wie aus der Pistole geschossen sagen: «Das herrliche Vorfrühlingwetter, die unzähligen Zuschauer am Strassenrand und die 46 farbenprächtigen, abwechslungsreichen und bunten Nummern haben unserem Fasnachtsumzug einen unvergesslichen Stempel aufgedrückt.»

Die Guggenmusigen von nah und fern schränzten gestern, was das Zeugs hielt. Die Wagenbauer, die Sujets wie den Neat-Durchbruch am Gotthard, ausgelassene Orgien feiernde Mönche oder die Wätterschmöcker vom Muotital aufs Korn nahmen, verblüfften mit Einfallsreichtum und Kreativität. Die Prominenz, die in der TV-Sendung Glanz & Gloria jeweils zu zweifelhaften Ehren kommt, wurde ebenso veräppelt, wie der libysche Machthaber Gadd(AFF)i, der vom Publikum verhöhnt und verspottet wurde.

Bild: Maria Schmid / Neue ZZ
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Kleinste stehlen allen die Show

Aber es waren die jungen Fasnächtler, die allen die Show stahlen. Der Ideenreichtum der Kindergärtler und Schüler grenzte an Genialität. Die Zwergli der Waldspielgruppe, Schellenursli und Flurina vom Kindergarten Moos – die als Sonne, Regen, Schnee und Wind und als Oschterhas an der Fasnacht vorüberziehenden Kindergärtler von Kemmatten/Eichmatt – eroberten die Herzen des frenetisch applaudierenden Publikums im Nu.

Es herrschte eine frohe, ausgelassene Stimmung, die letztlich doch in Wehmut endete, als der zum Tode verurteilte Eichefrässer um punkt 17.35 Uhr den lodernden Flammen zum Opfer fiel. Nicht unverdient zwar, denn er hatte sein Unwesen zu bunt getrieben und einen gewaltigen Schaden angerichtet, aber sein Tod bedeutete gleichzeitig das Ende des 35-Jahr-Jubiläums der Eiche-Zunft. «Und das ist schade», sagte Maria Bagnoud, die mit den Cocovecchio im Eiche-Zunftpaarwagen die Triumphfahrt durch Hünenberg in vollen Zügen genoss.

Martin Mühlebach / Neue ZZ