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Die Stadt Zug legt die Mänibachstrasse tiefer

Gleichzeitig wird der Mänibach renaturiert – Anlass dafür sind die Ausbauarbeiten des SBB-Projekts Zugersee Ost.
Fabian Gubser
In der Nähe des Casinos Zug: Die SBB-Brücke über die Mänibachstrasse.Bild: Christian H. Hildebrand (5. September 2019)

In der Nähe des Casinos Zug: Die SBB-Brücke über die Mänibachstrasse.Bild: Christian H. Hildebrand (5. September 2019)

Die Stadt Zug senkt die Mänibachstrasse im Bereich der SBB-Brücke ab. Dadurch sollen unter der Brücke neu auch Lastwagen verkehren können. Aktuell beträgt die Durchfahrtshöhe 2,9 Meter – das Baugesuch, das bis am vergangenen Mittwoch zur Einsicht auflag, sieht 4 Meter vor.

Der Grund für die Tieferlegung ist kompliziert: Er liegt beim Projekt Zugersee Ost, dem Doppelspurausbau der SBB zwischen Zug und Arth-Goldau. Während der Bauarbeiten sollen nämlich sämtliche Brücken in diesem Abschnitt saniert werden. Betroffen davon ist auch die Brücke über die Gleise an der Hofstrasse. Dazu ist eine Sperrung der Hofstrasse nötig. Diese stellt jedoch die einzige lastwagentaugliche Zufahrt in das Wohngebiet Gimenen/Fridbach dar. Um für die Bewohner eine zweite solche Zufahrt zu schaffen, will die Stadt die Unterführung Mänibach vergrössern. «Erst dann ist eine Sperrung der Hofstrasse möglich», sagt Stadtingenieur Jascha Hager auf Anfrage.

Neu sollen im Mänibach Fische schwimmen

Der Mänibach verläuft bekanntlich gleich neben der nach ihm benannten Strasse. Mit der Absenkung der Strasse würde der Mänibach aber höher als sie liegen. Dies wollte die Stadt Zug vermeiden. Deshalb entschied sich das Baudepartement, gleichzeitig auch den Bach abzusenken – auf einer Länge von rund 90 Metern.

Dafür ist eine Bewilligung des Amts für Wald und Wild nötig. Dieses stellt in seiner Beurteilung fest, dass das Gewässer innerhalb des Siedlungsgebiets heute «ökologisch in einem sehr schlechten Zustand ist». Der Bach sei «mit Betonschalen oder grober Pflästerung vollständig verbaut». Dies soll sich bald ändern.

Denn das bewilligte Projekt sieht vor, dass der Bach unterhalb der Mänibach-Brücke auf einer Länge von 40 Metern «naturnah» ausgebaut werden soll. Das heisst konkret, dass die Sohle mit Kies und grossen Steinen versehen wird – laut Baugesuch ähnlich wie beim Friedbach. Zudem wird die Wassertiefe erhöht. «Schwimmstarke Fische» sollen damit den Bach bis zur Höhe der Brücke durchwandern können. Oberhalb der Unterführung ist der Abschnitt zu steil, damit der Bach fischgängig gemacht werden kann. Zumindest für Wassernährtiere soll dieser Bereich aber «ökologisch wertvoll» sein.

Bauarbeiten starten nächstes Jahr

Korrigiert die Stadt Zug mit der teilweisen Renaturierung des Mänibachs eine Bausünde? Stadtingenieur Jascha Hager sagt dazu: «Der heutige Ausbau des Mänibachs ist ungefähr 100 Jahre alt, so alt wie die Eisenbahnlinie. Damals ging es nur darum, das Wasser ohne Schäden abzuleiten. Den ökologischen Zusammenhängen wird heute viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet.»

Ob Einsprachen eingegangen sind, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. «Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im April 2020 und dauern bis November 2020», sagt Hager. Die Gesamtkosten betragen 1,6 Millionen Franken.

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