Die Stadt Zug setzt beim Thema nachhaltigen Entwicklung auf Eigenverantwortung und Kooperation

Der Stadtrat hat auf eine Interpellation geantwortet. Dank einer Kommission verfüge Zug über gute Voraussetzungen.

Andrea Muff
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Auf der Agenda 2030 der UNO-Mitgliedstaaten stehen 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Diese umfassen wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimensionen und führen Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung zusammen. Auch die Schweiz ist aufgefordert, die Ziele national umzusetzen – und damit betreffen die Ziele auch die Stadt Zug. So hat Maria Hügin im Namen der FDP-Fraktion im Januar Fragen an den Stadtrat betreffend Nachhaltigkeit in der Stadt Zug gerichtet. Nun hat die Exekutive geantwortet.

Zu Beginn erklärt die Stadtregierung die Annahme der Initiative «2000 Watt für Zug» aus dem Jahr 2011 als Ausgangslage. Damit sei die Stadt Zug zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet worden. Infolgedessen wandelte der Stadtrat die Umweltkommission in eine Nachhaltigkeitskommission um, besetzte sie mit Mitgliedern aller politischen Lager und belegte sie mit den entsprechenden Aufgaben. «Die Nachhaltigkeitskommission soll mit geeigneten Instrumenten die nachhaltige Entwicklung der Stadt Zug beobachten, Vergleiche mit anderen Städten anstellen und darüber berichten», verweist die Exekutive auf den damaligen Stadtratsbeschluss.

Die Nachhaltigkeitskommission befindet sich zurzeit im Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit. Departementsvorsteher Urs Raschle präsidiert die Kommission. «In dieser Funktion ist er auch massgeblich an der strategischen und operativen Organisation einer nachhaltigen Entwicklung beteiligt», heisst es in der Interpellationsantwort.

Ziele in den Abläufen der Verwaltung berücksichtigen

Die Stadt Zug verweist weiter darauf, dass viele Kantone eigene Nachhaltigkeitsstrategien und Koordinationsmechanismen hätten, mit denen sie ihre Gemeinden unterstützen. «Noch fehlt dieses Engagement im Kanton Zug», heisst es in der Vorlage. Trotzdem sei erkennbar, dass die Stadt Zug zusammen mit der Nachhaltigkeitskommission bereits heute über gute Voraussetzungen verfüge, um die nachhaltige Entwicklung strategisch und operativ zu verankern, und das Potenzial besitze, diese zu lenken, ist der stadträtlichen Antwort zu entnehmen.

Die Frage, ob sich der Stadtrat mit den SDG befasst habe, bejaht die Regierung. Zudem vertrete die Nachhaltigkeitskommission die Meinung, dass sich auch die Stadt Zug mit den SDG identifiziere, sich nach ihnen orientiere und sie in den Abläufen der Verwaltung berücksichtigen soll. Laut Vorlage können die SDG der Stadt Zug und der Verwaltung als Orientierung dienen. Sie würden eine gute Übersicht, eine wertvolle Unterstützung in der Auslegung von Aufgaben sowie in der Festlegung von Schwerpunkten und Prioritäten bieten.

In der Interpellation wird auch nach bereits identifizierten Zielen und unternommenen Schritten gefragt. Der Stadtrat hält fest: «In der Stadt Zug wurde noch keine umfassende Analyse in Bezug auf die SDG vorgenommen, um das nötige Engagement, spezifische Massnahmen und dessen Auswirkungen abzuschätzen.» Auch habe man noch keine Prioritäten festlegen können, um einzelne Ziele mit konkreten Massnahmen zu unterstützen.

Dort sieht der Stadtrat auch die Hauptschwierigkeit: «Für die Gewichtung von Zielen und der Priorisierung von Massnahmen wären Abwägungen in den Wechselwirkungen zwischen den ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen hilfreich.» Darüber wisse man momentan aber nur wenig. Zusammenfassend hält die Regierung fest: «Die Stadt Zug ist bestrebt, durch eigenverantwortliches und kooperatives Handeln alle Akteure einzuladen, an diesem Prozess teilzunehmen.»