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Die Stadt Zug stockt die Notzimmer auf

Dem Sozialdienst stehen zurzeit 21 Notzimmer zur Verfügung, die stark ausgelastet sind. Kurz- bis mittelfristig fehlen in der Stadt aber 25 Notzimmer. Das Problem zeichnet sich schon länger ab – Lösungen sind erst seit Kurzem auf dem Tisch.
Laura Sibold
Noch dieses Jahr sollen auf dem Areal des alten Kantonsspitals insgesamt 18 Notzimmer zur Verfügung stehen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 1. Januar 2019)

Noch dieses Jahr sollen auf dem Areal des alten Kantonsspitals insgesamt 18 Notzimmer zur Verfügung stehen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 1. Januar 2019)

In einer Stadt wie Zug, wo die Rechnung mit einem Überschuss von 36,3 Millionen Franken abschliesst und viele Einwohner mit einem grossen Einkommen gesegnet sind, geht eines gerne vergessen: Der Wohlstand ist nicht allgegenwärtig. Dass man in der Stadt Zug kaum Obdachlose sieht, heisst nicht, dass es keine gibt.

Für Personen in Extremsituationen, die über keine Unterkunft verfügen, bietet der Sozialdienst 21 Notzimmer an. Diese sind seit Jahren stark ausgelastet. «Die sozialen Dienste benötigen in den kommenden Jahren mindestens 25 neue Notzimmer, da solche demnächst wegfallen oder bereits weggefallen sind», heisst es in einer Stadtratsvorlage vom Dezember 2018. So sind mit der Sanierung der städtischen Liegenschaften an der Kirchenstrasse 3 und 5 sind bereits sieben Notzimmer weggefallen. Seit einiger Zeit sei in der Stadt zudem kein einziges Notzimmer mehr frei.

Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, sollen im alten Kantonsspital an der Artherstrasse 27 mehr Notunterkünfte entstehen. Zu den bereits auf dem Areal bestehenden zehn Notzimmern sollen acht weitere kommen. Bis am 24. April liegt beim städtischen Baudepartement ein Gesuch zur befristeten Nutzungsänderung des Medizintraktes auf. Der Kanton ist zwar Grundeigentümer des Areals, hat jedoch Räumlichkeiten an die Stadt weitervermietet.

Ersatz der Zimmer an der Zeughausgasse 9

Damit die heutigen Spitalzimmer als zusätzliche Notzimmer genutzt werden können, sind minimale bauliche Anpassungen nötig. «Insbesondere braucht es zwei zusätzliche Duschen und teilweise neue Lavabos in den Zimmern. In der Küche braucht es einen Dampfabzug und wegen Brandgefahr eine Zeitschaltuhr beim Kochherd», erklärt Christian Weber, Leiter Immobilien der Stadt Zug. Ebenso würden eine neue Schliessanlage und acht Briefkästen benötigt.

Die acht neuen Notzimmer auf dem Areal des alten Kantonsspitals dienen laut Weber als Ersatz der sieben Zimmer an der Zeughausgasse 9. Die Häuser an der Zeughausgasse 9 und 11 gehören nämlich der Korporation Zug. «Da die Stadtverwaltung Ende Juni an die Gubelstrasse 22 wechselt, wurden die Mietverträge für die beiden Gebäude mit der Korporation gekündigt», so Christian Weber. Die Notzimmer an der Zeughausgasse 9 seien voll belegt und die Bewohner würden umquartiert. Noch dieses Jahr sollen auf dem Areal des alten Kantonsspitals somit insgesamt 18 Notzimmer zur Verfügung stehen, zudem bestehen in der Stadt bereits acht Notwohnungen sowie vier Notzimmer für Frauen am Lüssiweg 17.

Anders als die Notunterkünfte am Lüssiweg sind jene im alten Kantonsspital allerdings keine dauerhafte Lösung. Wegen der Neubaupläne auf dem Areal ist der Mietvertrag mit dem Kanton befristet und läuft Ende 2022 aus. Christian Weber sagt:

«Wir hoffen, dass bis dann die neuen Zimmer im Göbli bezugsbereit sind.»

Im Göbli strebt die Stadt eine langfristige Lösung für Notzimmer an. Im Rahmen eines Landabtausches mit der Korporation Zug hat die Stadt ein noch unbebautes Grundstück im Göbli erworben. Auf diesem soll ein Neubau mit 25 bis 30 Notzimmern realisiert werden. Das Stadtparlament hat Mitte März dem Projektierungskredit über 440 000 Franken zugestimmt. Geplant ist ein Neubau mit einfachem Ausbaustandard mit Küchen, Aufenthalts- und Sanitärräumen zur temporären Unterbringung von Einzelpersonen, Paaren und Familien.

Die Projektierung läuft

Laut Stadtrat soll die Projektierung bis Ende 2019 abgeschlossen sein, mit dem Antrag des Baukredites ist im Frühling 2020 zu rechnen. Bis im Göbli dereinst bis zu 30 Notzimmer vorhanden sind, vergeht noch viel Zeit. Dies erstaunt insofern, als dass der Bedarf nach mehr Notunterkünften bereits vor mehr als zwei Jahren ausgewiesen wurde. Im November 2016 reichten die Fraktionen FDP, CVP und SVP beim Stadtparlament eine Interpellation ein und forderten eine entsprechende Auslegeordnung. Schon damals hielt der Stadtrat fest, dass neue Notzimmer errichtet werden müssen. Es gebe zwar keine Vorschrift, über wie viele Notunterkünfte ein Gemeinwesen verfügen muss, die Notwendigkeit für mehr Zimmer sei in der Stadt Zug jedoch gegeben.

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