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Die Stationen des «letzten» Brandenberg

Mit Michael Anton Brandenberg (1723–1768) verblasst eine Zuger Künstlerdynastie. Wenig ist über den Enkel des bedeutendsten Zuger Barockmalers bekannt. Eines der wenigen Werke aus seiner Hand finden wir in der Marienkirche.
Andreas Faessler
Die drei letzten der insgesamt 13 Kreuzwegstationen von Michael Anton Brandenberg in der Marienkirche Unterägeri. Sie sind eines der wenigen Werke, welche der Zuger Maler der Nachwelt hinterlassen hat.

Die drei letzten der insgesamt 13 Kreuzwegstationen von Michael Anton Brandenberg in der Marienkirche Unterägeri. Sie sind eines der wenigen Werke, welche der Zuger Maler der Nachwelt hinterlassen hat.

Die Brandenbergs waren eine kleine Zuger Malerdynastie, deren Wirkungsradius jedoch nur zeitweise über die Grenzen des Landes Zug hinaus reichte. Bedauerlich, wenn man so will, trat doch insbesondere der Johannes Brandenberg (1661–1729) als begnadeter Künstler hervor. Sein Werk, das sich heute hauptsächlich in Zug und der näheren Umgebung findet, kann sich hinsichtlich Malqualität mit vielen bekannteren Meistern seiner Generation messen.

Johannes lernte die Grundlagen der Malerei von seinem Vater Thomas (1620–1688), ein seinerzeit wenig bekannter Künstler. Durch Studienaufenthalte unter anderem in Mantua verfeinerte Johannes seine Fertigkeiten nach italienischen Vorbildern und wurde nach seiner Rückkehr in seiner Heimat und selber in der ganzen Schweiz zu einem gefragten Kirchenmaler.

Überschaubares Werk des Enkels

Da die Werke Johannes Brandenbergs aber noch zu dessen Lebzeiten vom sich wandelnden Zeitgeschmack überholt waren, blieb seine ihm nacheifernde Nachfolge weitgehend auf Zug und die Innerschweiz beschränkt. Diese Nachfolge bestand zunächst in Johannes Brandenbergs Sohn Johann Karl (1684–1747) und schliesslich auch noch in dessen Sohn Michael Anton (1723–1768), der Enkel Johannes Brandenbergs.

Von Michael Anton kennt man bis auf die Lebensdaten kaum biografische Angaben, was wohl auch von dessen eher geringen Bedeutung für die Kunstgeschichte herrührt. Es sind nur sehr wenige Aufträge bekannt, die Michael Anton umsetzte. Noch seltener sind Kunstwerke, die nachweislich von ihm stammen. Das Museum Burg Zug kam in den 1980er-Jahren in den Besitz einer Kirchenfahne von 1746, welche die Himmelfahrt Mariens sowie die Heiligen Peter und Paul zeigt und mit der Signatur Michael Anton Brandenbergs versehen ist. Und in der Pfarrkirche St. Verena in Risch fand man 1929 an der Chorbogenwand im Zuge von Restaurationen Reste eines Wandgemäldes, das Mariae Verkündigung zeigte. Da dieses Gemälde vermutlich um 1765 geschaffen worden und mit «Brandberg von Zug» signiert war, ist davon auszugehen, dass es sich um ein Werk des Michael Anton handelte. Neben der Fahne und dem Wandgemälde existiert bislang nur noch ein einziges weiteres Werk, als dessen Autorenschaft der Enkel des bekannten Zuger Barockmalers Johannes Brandenberg gesichert ist, namentlich die 13 Kreuzwegstationen in der Marienkirche in Unterägeri. Die letzte Station, die Kreuzabnahme Christi, trägt Brandenbergs Signatur und die Jahreszahl 1751.

Kulturhistorischer Wert überwiegt

Die hochrechteckigen Bilder sind mit Öl auf Holz gemalt und allesamt identisch in marmorierte Holzrahmen gefasst. In Komposition und Farbgebung erkennt man deutlich die Einflüsse barocker Maltradition. Künstlerisch hingegen sind die Gemälde in Nichts mit den Werken des Grossvaters Johannes Brandenberg zu vergleichen.

Aber den kulturhistorischen Wert möchte man den Kreuzwegstationen in der Marienkirche auf keinen Fall absprechen, zumal sie zu den letzten Zeugen der (verblassenden) Brandenberg-Malerdynastie gehören und somit als Kulturgut für den Kanton Zug durchaus von Bedeutung sind – dies nicht zuletzt auch, weil sie im gestalterischen Kontext der Marienkirche Teil eines in der Zentralschweizer Kirchenlandschaft einzigartigen barocken Gesamtkunstwerkes sind.

Hinweis
Mit «Hingeschaut» gehen wir wöchentlich Fundstücken mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach.

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