Die Unterägerer können bei der Ortsplanungsrevision online mitwirken

Aufgrund des aktuellen Versammlungsverbots mussten Veranstaltungen zur Ortsplanungsrevision in Unterägeri abgesagt werden. Die Gemeinde holt die Bevölkerung deshalb auf dem digitalen Weg ab.

Vanessa Varisco
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In Unterägeri geht man bezüglich der Mitwirkung bei der Ortsplanung neue Wege. Geplant war ursprünglich, dass Mitte März eine erste Information mit den politischen Parteien stattfindet. Ende des Monats sollte dann eine öffentliche Information folgen. Aufgrund der beschlossenen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus war dies aber nicht möglich. Deshalb hielt die Gemeinde schnell Ausschau nach Alternativen, wie Kommunikationsbeauftragte Joëlle Guldin Auskunft gibt. «Denn ohne diese Schritte wären wir blockiert gewesen», erklärt sie. In Zusammenarbeit mit dem Zuger Start-up Konova wurde daher eine Website und eine E-Mitwirkung (siehe Hinweis) aufgeschaltet.

Auf der Website sind zahlreiche Informationen zur Ortsplanungsrevision zu finden, wie etwa der zeitliche Ablauf und Schwerpunkte. Ausserdem werden häufig gestellte Fragen beantwortet und ab Montag werden zusätzlich Informationsvideos verfügbar sein. «Kurzzeitig war es sicherlich Aufwand, doch uns war es wichtig, die Bevölkerung trotz der aktuellen Lage schnell wieder abzuholen», betont Guldin. Mit der Website erhofft man sich zudem, auch jüngere Unterägerer zu erreichen. «Wir können uns gut vorstellen, dass vor allem die jüngere Bevölkerung zu einer digitalen Mitwirkung einen einfacheren Zugang findet und somit schliesslich ein grösserer Teil der Bevölkerung mitreden kann», erwägt die Kommunikationsbeauftragte.

Erste Rückmeldungen fielen positiv aus

Die Mitwirkung ist ab Dienstag aufgeschaltet. Die Teilnehmer können dort verschiedene Fragen rund um die Entwicklung ihrer Gemeinde beantworten. Dabei gibt es neben Multiple-Choice-Fragen auch leere Felder, bei denen die Teilnehmer nicht an vorgegebene Antworten gebunden sind, sondern ihre Anliegen frei ausformulieren können. Getestet wurde diese Mitwirkung bereits mit den politischen Parteien. «Die Rückmeldungen sind positiv ausgefallen», weiss Joëlle Guldin. Weshalb die Gemeinde sich dann bald entschieden habe, diese Mitwirkung auch für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

Alles, so der Plan, soll dann aber doch nicht im digitalen Raum stattfinden. Sofern es die Situation zulässt, findet Ende August eine Ortsplanungskonferenz statt, bei welcher Interessierte physisch anwesend sein werden. Guldin erläutert:

«Dort soll der Dialog auch in Kleingruppen stattfinden.»

Denn der direkte Austausch bleibe nach wie vor wichtig für die Ortsplanungsrevision.

Die Gemeinde ist überzeugt, eine gute Lösung gefunden zu haben. Denn die Website und E-Mitwirkung soll auch noch in Verwendung bleiben, wenn Versammlungen wieder möglich sind. Nach Veranstaltungen etwa wird die Bevölkerung die Möglichkeit haben, ein Feedback zu hinterlassen. Wer sich einmal registriert hat, wird immer wieder über neue Möglichkeiten ein Feedback abzugeben, informiert. «Wir können so in einem ständigen Dialog mit der Bevölkerung bleiben. Das ist entscheidend», spricht Joëlle Guldin für den Unterägerer Gemeinderat. Dass die Informationen auf der Website gebündelt werden, sei ein weiterer Vorteil.

Weitere Informationen gibt es auf www.ortsplanung-unteraegeri.ch. Die nächste Ortsplanungskonferenz ist abhängig von der Coronasituation am 29. August geplant.