Die Unternehmenszukunft ist gesichert

Nach 50 Jahren in Familienbesitz wird die Volvo-Vertretung in Baar neu von zwei ehemaligen Angestellten geleitet.

Christopher Gilb
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Die neuen und die alten Eigentümer des Baarer Traditionshauses: Jan-Andrea Christen (von links) und Sepp Kälin sowie Stephan und Mary Palkoska. (Bild: PD)

Die neuen und die alten Eigentümer des Baarer Traditionshauses: Jan-Andrea Christen (von links) und Sepp Kälin sowie Stephan und Mary Palkoska. (Bild: PD)

Was wird aus dem Unternehmen, wenn man selbst einmal ausscheidet? Diese Fragen stellen sich derzeit viele Chefs, vor allem weil die eigenen Kinder oft andere Pläne haben als den Familienbetrieb zu übernehmen. Auch Stephan Palkoska befasste sich mit dieser Frage. Gemeinsam mit Leo Hüsser hatte sein Vater Franz Palkoska 1969 das Autohaus an der Sihlbruggstrasse 2 in Baar übernommen. Sieben Angestellte hatte die damals einzige Volvo-Vertretung im Kanton Zug. Das Unternehmen wuchs mit der Zeit kontinuierlich, heute sind es 21 Angestellte vier davon Lehrlinge.

Stephan Palkoska selbst hatte 1995 dann die Anteile seines Vaters an der Hüsser & Palkoska AG übernommen und nach dessen Ausscheiden auch die Anteile des Geschäftspartners Leo Hüsser aufgekauft. Im Unternehmen kümmert er sich um den kaufmännischen Bereich, auch seine Frau arbeitet mit. «Unsere Kinder haben sich für andere Berufe entschieden. Das ist auch völlig in Ordnung für uns, wir haben sie nie gedrängt», sagt Palkoska. Er habe sich deshalb gefragt, ob jemand aus dem eigenen Betrieb als Nachfolger in Frage käme.

Ein motiviertes Führungsteam

«Die Alternative wäre gewesen, das Autohaus an eine Unternehmensgruppe zu verkaufen. Ich habe aber eine andere Lösung bevorzugt.» Also habe er das Thema gegenüber einem seiner Mitarbeiter angesprochen. «Ich dachte, vielleicht könnte er Interesse haben.» Dass dieser schon relativ bald zugesagt habe, sei ein absoluter Glücksfall gewesen und schneller als erwartet gekommen. «Deshalb fand die Übergabe schon jetzt statt», so Palkoska. Er und seine Frau werden dem Unternehmen aber, wie er sagt, noch mindestens vier Jahr erhalten bleiben, um «mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.» Beim erwähnten Mitarbeiter handelt es sich um den 30-jährigen Jan-Andrea Christen. Er wird das Autohaus mit seinem 27-jährigen Kollegen Sepp Kälin führen, den er ins Unternehmen geholt hat. «So können wir die Verantwortung teilen und es ist jemand da, wenn man in den Ferien ist», so Christen. Für beide geht ein Traum in Erfüllung. «Uns hat es schon länger gereizt, unternehmerisch tätig sein und eine Firma gestalten zu können.» Beide haben sie den Beruf von Grund auf gelernt und die höhere Fachausbildung zum diplomierten Berufswirt absolviert.

Für Stephan Palkoska sind die Zwei die Richtigen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, und von diesen gebe es nicht wenige. «Unser Angebot muss beispielsweise mit der Nachfrage nach Elektroautos mithalten können.» Zudem sei man durch die digitalen Kaufmöglichkeiten nicht mehr der einzige Anbieter, sondern einer von vielen, wodurch man neue Kunden gewinne, aber auch mehr Konkurrenz habe. «Und auch geeignetes Personal zu finden wird immer schwieriger, denn wer an modernen Autos arbeitet, muss beinahe ein Ingenieur sein, so hoch technisiert wie diese Fahrzeuge sind», so Palkoska.