Die Veloverbindung, die nach 24 Jahren noch nicht steht

Im Zuger Kantonsparlament stammt der älteste noch hängige Vorstoss aus dem Jahr 1995. Er fordert eine Verbindung für Velofahrer vom Tal bis nach Unterägeri.

Zoe Gwerder
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Wie hier auf der Lorzentobelbrücke gibt es mehrere Abschnitte zwischen dem Tal und Unterägeri ohne Velospur. (Bild: Stefan Kaiser, 2015)

Wie hier auf der Lorzentobelbrücke gibt es mehrere Abschnitte zwischen dem Tal und Unterägeri ohne Velospur. (Bild: Stefan Kaiser, 2015)

Im August 1995 hatte der damals 43-jährige Kantonsrat Christoph Hohler einen Vorstoss eingereicht, der die Erschliessung für Velofahrer vom Ägerital in die Gemeinden Baar und Zug forderte. «Seit Erlass des Richtplans der Radstrecken sind mittlerweile über 11 Jahre vergangen», schrieb damals der Unterägerer SP-Mann in seiner Motion. «Die Verwirklichung des Radstreckennetzes in den Talgemeinden ist bereits weit fortgeschritten, während die Radverbindungen ins Ägerital noch nicht einmal in Angriff genommen wurden.» Die «Motion Hohler» ist der älteste noch hängige Vorstoss im Geschäftsverzeichnis des Kantonsparlaments. Wohl wurde Anfang Monat die Radstrecke von Menzingen nach Unterägeri eröffnet. Von einer durchgehenden Erschliessung der Talgemeinden und Unterägeri ist der Kanton hingegen noch sehr weit entfernt.

In vier Jahren wird weitere Teilstrecke realisiert

Wie Baudirektor Florian Weber auf Anfrage erklärt, sind nach der Sanierung des Abschnittes Nidfuren-Schmittli, der bis Ende 2023 realisiert sein soll, neun der total zwölf Kilometer Radweg erstellt. «Damit müssen noch die Abschnitte Lorzentobelbrücke-Nidfuren und Schmittli-Unterägeri realisiert werden.» Diese seien jedoch noch nicht projektiert.

Der heute 67-jährige Christoph Hohler ist inzwischen nicht mehr politisch aktiv. Dass sein Vorstoss im Kantonsrat von 1995 noch immer hängig ist, ist ihm bekannt. «Natürlich hatte ich damals die Hoffnung, dass es schneller geht. Immerhin war es ein positives Signal, dass der Kanton so in die Pflicht genommen wurde.» Rückblickend sei es für ihn auch verständlich, dass aufgrund seines Vorstosses nicht gleich über die ganze Strecke ein neuer Veloweg erstellt worden sei. «Wichtig ist, dass der Kanton so vom Parlament verpflichtet wurde, bei geplanten Strassensanierungen auch das Realisieren eines Radwegs zu berücksichtigen.»

Die Motion Hohler wird wohl noch weitere Jahre als hängig bei den Geschäften des Kantonsrats aufgelistet sein. «Weil die noch fehlenden Abschnitte noch nicht projektiert sind, kann es gut und gerne noch mehrere Jahre dauern, bis die Motion abgeschrieben werden kann», erklärt Baudirektor Weber. Die Frist zur Umsetzung der Motion ist derzeit auf Ende März 2020 angesetzt. «Wir werden wieder eine Fristerstreckung beantragen müssen.» Wie Weber sagt, können die Fristen für solche Vorstösse Jahr für Jahr wieder verlängert werden – eine maximale Anzahl oder Zeitdauer für die Erstreckung gebe es nicht.