Leserbrief
Die Verantwortung liegt bei den vom Staat finanzierten Ämtern

Leserbrief zu «Stadt Zug muss über die Bücher», Ausgabe vom 3. August

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Zwei jugendliche Eritreer, die mit 14 Jahren 2016 in der Schweiz um Asyl nachgesucht haben, klagen vor Bundesgericht und bekommen Recht. Die beiden Jugendlichen verfügten bei ihrer Einreise über keine ausreichende schulische Vorbildung. Einer der beiden konnte weder lesen noch schreiben. Die Zuger Stadtschulen hielten deshalb den Besuch der Regelklasse der Sekundarschulstufe 1 für unmöglich. Die Jugendlichen wurden als Vorbereitung auf das Integrations-Brückenangebot, dem Programm für die schulische Basisintegration mit den Hauptfächern Deutsch und Mathematik zugewiesen. Diesen sinnvollen Entscheid stütze der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht, nach erfolgter Beschwerde der Asylsuchenden, die unbedingt in der Regelklasse eingeschult werden wollten. Nicht so das Bundesgericht in seinem Urteil vom 6. Mai 2019. Die Begründung der Richter: Die Asylsuchenden hätten Anrecht auf eine umfassendere Beschulung, als auf eine Konzentration auf Sprache und Mathematik. Sie wiesen das Verfahren an die Stadt Zug zur neuen Beurteilung zurück. Für mich unfassbar. Da geben Bund, Kanton und Gemeinden Milliarden für Betreuung und Integrationsprogramme für Asylsuchende aus, die angeblich in ihrem Herkunftsland an Leib und Leben bedroht sein sollen. Urteile dieser Art schaffen in der Bevölkerung weder Verständnis, noch fördern sie die Glaubhaftigkeit des Bundesgerichtes. Eines gilt es aber zu beachten. Die beiden Eritreer, die unsere Sprache weder sprechen noch lesen und schreiben können, haben wohl kaum dieses Verfahren angestrebt und ins Rollen gebracht. Die Verantwortung für dieses juristische Vorgehen liegt allein bei den vom Staat finanzierten Ämtern und Hilfsorganisationen. Ich danke für die objektive Berichterstattung und hoffe, dass möglichst viele den Artikel gelesen haben und sich ihre eigene Meinung gebildet haben.

Brigitte Wenzin Widmer, Cham, Kantonsrätin SVP und Nationalratskandidatin