Die Vergangenheit der Chamer Frauen

Ein Stadtrundgang in Cham lässt Frauengeschichten der letzten 100 Jahre lebendig werden.

Federico Gagliano
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Eine der Frauengeschichten aus dem Rundgang: Die erste Chamer Taxifahrerin, Emilie Reck (links). (Bild: PD)

Eine der Frauengeschichten aus dem Rundgang: Die erste Chamer Taxifahrerin, Emilie Reck (links). (Bild: PD)

Frauenstadtrundgänge sind nichts Neues. Es gibt sie in allen grossen Städten der Schweiz. Doch was sich die Frauengemeinschaft Cham zu ihrem 100.Jubiläum ausgedacht hat, sei in seiner Art in der Zentralschweiz einzigartig, heisst es in einer Medienmitteilung.

«Jedes Jahr in der Weihnachtszeit besucht die Frauengemeinschaft Cham rund 100 Frauen im Alter 80+ zu Hause, im Altersheim oder im Pflegezentrum. Für das Projekt Frauengeschichten haben wir mit unseren Seniorinnen teilweise sehr ausführliche Interviews geführt und sie gefragt, wie das Leben der Frauen früher war», erzählt Patricia Frison Schnurrenberger, die das Projekt für die Frauengemeinschaft Cham initiiert und ehrenamtlich geleitet hat.

«Die gesammelten Geschichten und Anekdoten fliessen nun vereinzelt und anonym in einen informativen, spannenden und augenöffnenden Frauenstadtrundgang ein, denn er zeigt Alltagsgeschichten aus den letzten 100 Jahren aus einer anderen Sicht: die Sicht der Frauen.» Einige der gesammelten Fotos sind bereits unter www.100-jahre-frauengeschichten.ch zu sehen.

Von und mit Judith Stadlin

Autorin des Frauenstadtrundgangs ist die bekannte Zuger Schauspielerin und Schriftstellerin Judith Stadlin, die den Stadtrundgang auch gleich selbst führt. Bei der Recherche wurde die Frauengemeinschaft Cham von Historiker und Cham-Kenner Michael van Orsouw unterstützt.

Im Mittelpunkt des Rundgangs stehen Alltagsthemen, Wünsche und Träume von Frauen, die in den 20er- und 30er-Jahren geboren sind und welche die ganzen Entwicklungen des 20.Jahrhunderts miterlebt haben. Heute zwischen 80 und 100 Jahre alt, erzählen sie über die Dinge, die sie früher beschäftigten: Schulalltag, Frauenarbeit, Liebe, Lohn, Schwangerschaft und vieles mehr. Die im September ausgeschriebenen Rundgänge sind bereits ausverkauft. Deshalb findet am 5.  Oktober um 14.30 Uhr eine zusätzliche Führung statt.

Wer sich für eine Führung zu einem späteren Zeitpunkt interessiert, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen. «Weitere Führungen im Herbst 2019 oder Frühling 2020 sind nicht ausgeschlossen», heisst es in der Mitteilung. Auf Anfrage bietet die Frauengemeinschaft Cham zusammen mit Judith Stadlin auch private Führungen für Gruppen an.

Audio Guide im Oktober erhältlich

Wer die öffentlichen Führungen verpasst, hat trotzdem noch die Chance, die Führung nachzuholen. Ab dem 10. Oktober könne man sich auch alleine auf den Rundgang begeben, kündigt die Frauengemeinschaft Cham an.

Im Zentrum von Cham und im Villette-Park werden an acht Standorten Tafeln mit sogenannten QR-Codes angebracht. Diese Codes können mit Smartphone oder Tablet eingescannt werden und liefern einen Hörtext mit Frauengeschichten zu einem bestimmten Thema.