Die Verteidiger skoren für das siegreiche Zug United

Zug United gelingt bei den Tigers Langnau ein überraschender 10:5-Erfolg in der Nationalliga A. Damit führt das Team eine erstaunliche Serie fort.

Peter Rohner
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Hattrick: Zugs Manuel Staub (vorn) glänzt als Torschütze. (Bild: Roger Zbinden)

Hattrick: Zugs Manuel Staub (vorn) glänzt als Torschütze. (Bild: Roger Zbinden)

Simon Stucki, langjähriger Spieler der Tigers Langnau und der Schweizer Nationalmannschaft, kündigte schon vor der Partie an: «Das wird ein Spiel mit vielen Toren werden.» Er sollte recht behalten – wenn ihm auch die Verteilung der Treffer kaum gefallen hat. Die Zuger hielten im Schlussdrittel dem Sturmlauf der Emmentaler stand und bauten die Führung gar noch aus – das Trio Billy Nilsson, Andreas Dahlqvist und Patrik Rokka traf je einmal.

Vor allem das 9:5 von Nilsson knickte jegliche Hoffnungen der Gastgeber auf eine späte Wende, wie sie ihnen schon mehrmals in dieser Saison gelungen war. Beim Spiel ohne Torhüter fingen die Zuger einen Pass ab und Nilsson realisierte im ersten Moment gar nicht, dass das Tor verwaist war. Und als er es sah und schoss, hechtete Jürg Siegenthaler bereits zurück ins Gehäuse, kam aber einen Bruchteil zu spät.

Leidenschaftliche Zuger

Diese Szene sprach Bände. Es war ein Vergleich auf Augenhöhe, in dem aber die Zentralschweizer die kleinen, entscheidenden Vorteile auf ihrer Seite hatten. Sie verteidigten mit Leidenschaft und stellen die Blocks gegen die gefürchteten Langnauer Schüsse mit Erfolg.

Dazu zeigte der 20-jährige Goalie Daniel Mück eine tadellose Partie – bis er 30 Sekunden vor dem Ende von Krämpfen geplagt das Feld Florian Bär überlassen musste. «Wir haben gut verteidigt und auch der Torhüter zeigte eine gute Leistung», befand Adrian Uhr nach dem Spiel. «Und wir hatten das nötige Quäntchen Glück.»

Im ersten Drittel konnten die Emmentaler zweimal vorlegen und zweimal hatten die Zuger die Antwort bereit: Simon Abt erzielte nach herrlicher Vorarbeit Nilssons das 1:1 und Dahlqvist egalisierte kurz vor der Pause im Powerplay Martin Mosimanns erstes Tor (von drei).

Entscheidung fällt erst im Schlussabschnitt

Kursweisend war letztlich der mittlere Spielabschnitt – und vier Verteidigertore. Den Reigen eröffnete Manuel Staub, der kurz nach Wiederbeginn am weiten Pfosten von den Tigers vergessen wurde – nicht aber von Teamkollege Dahlqvist. Zwar verkürzten die Tigers nach Dahlqvists 4:2 noch einmal, doch dann trafen zweimal Staub – einmal nach perfektem Pass in den Lauf von Thomas Grüter und einmal nach einem Doppelpass mit Marco Laely – sowie Andrea Menon, der ein Freischlagzuspiel von Simon Abt verwertete.

Weil die Berner noch vor der zweiten Pause zwei Tore schossen, war die Ausgangslage vor dem Schlussabschnitt wieder offen. Die Tigers sind für ihre furiosen Aufholjagden bekannt und konzentrierten dafür ihre Kräfte. Zugs Trainer Radim Cepek hatten dies antizipiert und ebenfalls auf zwei Linien umgestellt. Der Abwehrverbund der Zentralschweizer widerstand den anrennenden Emmentalern. Der dritte Auswärtssieg im dritten Auswärtsspiel war Tatsache.(pro)

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