Die Menzinger Verwaltung hat die Ausgaben im Griff

Die Rechnung 2018 fällt um 1,6 Millionen Franken besser aus als erwartet. Aufgrund des Ertragsüberschusses kommt die Frage nach einer Steuersenkung auf.

Andrea Muff
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Die Gemeinde Menzingen schliesst das Jahr 2018 äusserst positiv ab, in finanzieller Hinsicht zumindest: In der Rechnung wird ein Ertragsüberschuss von 1,8 Millionen Franken verzeichnet. Das ist um 1,6 Millionen Franken besser als budgetiert. Für den neu gewählten Gemeindepräsidenten und Finanzvorsteher Andreas Etter (CVP) ist es die erste Rechnung, die er präsentieren darf. «Ich bin natürlich sehr zufrieden», sagt er und gibt aber zu, dass er auf das Resultat eigentlich noch keinen Einfluss gehabt habe. «Alle Abteilungen hatten ihre Kosten im Griff», betont Andreas Etter.

Der Gesamtaufwand von 24 Millionen Franken wurde gegenüber dem Budget um rund 600 000 Franken unterschritten. Dies, dank guter Planung und hohem Kostenbewusstsein, präzisiert der Menzinger Gemeindepräsident.

Auf der Ertragsseite konnte die Gemeinde Menzingen zudem rund 1 Million Franken mehr einnehmen als budgetiert. Die Gesamterträge belaufen sich auf 25,8 Millionen Franken. Ausserordentliche Aufwendungen und Erträge seien keine zu verzeichnen gewesen, heisst es in der Medienmitteilung zur Rechnung.

Die Steuereinnahmen sind nachhaltig

Der Grund für das gute Jahresergebnis sei hauptsächlich bei den Steuereinnahmen zu suchen, erklärt der Finanzvorsteher. Die ordentlichen Steuern der natürlichen und juristischen Personen, sowie die Grundstücksgewinnsteuern schliessen besser ab als erwartet. Insgesamt liegen die Steuereinnahmen bei einem Steuerfuss von 71 Prozent 1,1 Millionen Franken über dem Budget respektive um 0,3 Millionen Franken über den Vorjahreseinnahmen. «Wir gehen davon aus, dass die Steuereinnahmen von den natürlichen und juristischen Personen nachhaltig sind», erklärt Andreas Etter. Die jetzigen Einnahmen seien also keinem Sondereffekt geschuldet. Einzig die Grundstückgewinnsteuer sei schwierig vorherzusehen.

Für die Jahre 2019 und 2020 ist bereits ein Steuerrabatt von zwei Prozentpunkten vorgesehen. Das Budget 2019 rechnet deshalb mit einem Steuerfuss von 69 Prozent. Folgt nun eine definitive Steuersenkung? «Diese Diskussionen werden nun geführt», gibt Andreas Etter zu. «Wir müssen etwas machen, damit Menzingen nicht von den restlichen Gemeinden abgehängt wird.» Menzingen soll den Anschluss zu den anderen Berggemeinden halten. «Meine persönliche Meinung ist, dass eine Steuersenkung drin sein muss.» Dies habe er aber noch nicht mit seinen Gemeinderatskollegen besprochen.

Der Gemeindepräsident findet zudem, dass der Bevölkerung nicht nur monetär, sondern auch in Form von Investitionen in die öffentliche Infrastruktur etwas zurück gegeben werden soll. Deshalb sollen rund 600 000 Franken in den Pott für Steuerausgleichsreserven fliessen, mit dem weitaus grösseren Teil sollen Investitionen getätigt werden. Denn es warten Herausforderungen auf die Gemeinde: So soll das Schulhaus Finstersee saniert werden. «Auch die Villa Neudorf, wo die Musikschule ist, weist einen ähnlich schlechten Zustand auf», erklärt Etter. Auch sollen und müssen öffentliche Plätze, wie beispielsweise der Vorplatz des Mehrzweckzentrums Schützenmatt saniert werden, so der Gemeindepräsident. «Diese Investitionen wollen und können wir uns leisten», sagt er weiter und versichert, dass man wisse, woher das Geld komme. «Es wird also keine goldenen Tempel geben. Es muss immer wirtschaftlich und nutzungsgerecht sein.»