Leserbrief
Die Welt ist nicht so, wie wir sie gerne hätten

Über die Initiative für längere Ladenöffnungszeiten der Jungfreisinnigen Zug

Merken
Drucken
Teilen

Letztens war ich zu Besuch in Genf, wo ich studiert habe. Als ich aus dem Genfer Bahnhof lief, fiel mir sofort auf: Es gibt neu einen Bahnhof-Coop. Das sei höchste Zeit gewesen, meinten meine Freunde. Ich erinnere mich noch an die hoffnungslose überfüllte Bahnhof-Migros an den Abenden und jeweils am Wochenende.

Ich vermied es, da einzukaufen und als Studentin hatte ich viel Zeit und Freiheit, das zu machen. Als junges konservatives Mädchen aus einem Luzerner Dorf missfiel mir, dass diese vielen Menschen nicht ihren Einkauf planen konnten, wie es sich gehört. «Warum fällt es den Menschen erst ein, dass sie einkaufen müssen, wenn die Läden schon zu sind?», fragte ich mich damals. Ich habe in meiner Zeit in Genf und im Ausland vieles gelernt. Es gibt Realitäten in der Gesellschaft, auch wenn sie mir missfallen mögen, die ich nicht rückgängig machen kann.

Es ist ehrlicher, diese Realität zu akzeptieren und damit umzugehen, denn die Gesellschaft wandelt sich, wie sie es schon immer hat. Altes wird hinfällig und Neues kommt dazu. Deshalb unterstütze ich die Initiative der Jungfreisinnigen, der Jungen Grünliberalen und der Jungen SVP für eine Stunde längere Öffnungszeiten. Weil dies ist auch in Zug Realität – und wer es nicht anerkennt, lügt sich selber an.

Tabea Estermann, Co-Präsidentin JGLP Zug