Die Wirtschaftsmittelschule Zug ist gewappnet für die Zukunft

Die Wirtschaftsmittelschule Zug feiert das 110-jährige Bestehen.

Andrea Muff
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Angefangen hat es vor 110 Jahren mit 25 Schülern, als der Zuger Kantonsrat beschloss, eine Handelsabteilung an der damaligen Industrieschule einzuführen. Heute werden 107 Schülerinnen und Schüler an der Wirtschaftsmittelschule (WMS) unterrichtet, denn diese hat sich aus der damaligen Handelsabteilung entwickelt. Das Jubiläum wird am Samstag, 28. September, in der Aula der Kantonsschule Zug gefeiert.

Das Bildungskonzept der WMS ist auf Beruf und Studium ausgerichtet: Zunächst werden während dreier Jahre Schule die theoretischen Grundlagen gelegt und dann ein einjähriges Praktikum absolviert. Der Mix aus vertiefter Theorie und Praxis sei nach wie vor gefragt auf dem Arbeitsmarkt, heisst es in der Mitteilung zum Jubiläum.

Die Wirtschaftsmittelschule entwickle sich laufend weiter, bestätigt Markus Pallor. Dies ist auch nötig, denn der kaufmännische Beruf ist laut einem Bericht in der «Luzerner Zeitung» besonders von der Digitalisierung betroffen.

Rektor Pallor ist gewappnet, denn bereits 2015 habe die Zuger WMS als erste kantonale Mittelschule BYOD («Bring Your Own Device») eingeführt, weiss er. Das heisst, die Schüler bringen ihren eigenen Laptop mit in den Unterricht. Dabei sei nicht der Laptop das Zentrum des Lernens, vielmehr bestimme das Lernziel, welches Arbeitsmittel zielführend sei. «BYOD alleine genügt nicht. Daher werden seit 2015 in der WMS auch gesellschaftliche, juristische und gesundheitliche Fragen zum Gebrauch digitaler Medien in einem speziell kreierten Unterrichtsfach mit den Jugendlichen behandelt.» Weiter verweist der Rektor auf die Fähigkeiten, komplexe Sachverhalte schnell erfassen zu können, vernetzt zu denken, um dann empathisch und situationsbezogen handeln zu können. Dies werde einerseits innerhalb des normalen Unterrichts gefördert, insbesondere aber auch im Unterrichtsfach «Integrierte Praxisteile». Als drittes Element zählt Pallor, das Verstehen anderer Kulturen und Lebensweisen auf. Deshalb werden die Fremdsprachkompetenzen in Französisch und Englisch gezielt gefördert.

Nächste Reform heisst «Kaufleute 2022»

Bereits steht die nächste Reform vor der Tür: Mit dem nationalen Projekt «Kaufleute 2022» soll die KV-Lehre fit für die Zukunft gemacht werden. «Das zentrale Element der Handlungskompetenzorientierung wird auch von der Wirtschaftsmittelschule umgesetzt werden», erklärt WMS-Rektor Markus Pallor. Wobei die entsprechenden Vorgaben des Bundes derzeit erarbeitet werden würden, sagt er weiter.

Als Erfolgsrezept für das lange Leben der Wirtschaftsmittelschule erklärt Markus Pallor: «Inhaltlich entwickelt sich die Schule weiter, bleibt nicht stehen und folgt gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen in der Berufsumgebung und auf Tertiärstufe.» Und zudem schliesse die WMS die Lücke zwischen Gymnasium und Berufsbildung, denn dort können zwei Diplome erworben werden: Das Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Kauffrau/Kaufmann und die Berufsmaturität. Sein Fazit: «Eine hervorragende Kombination mit unglaublich vielfältigen Berufsperspektiven.»

Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen am Samstag, 28. September, um 16 Uhr in der Aula der Kantonsschule Zug.

50 Jahre Oberstufe Loreto

Die Oberstufe Loreto wurde 1969 eingeweiht und feiert Jubiläum. Die Feierlichkeiten starten morgen Freitag um 17.30 Uhr und dauern bis 20 Uhr. Neben der Begrüssung durch Prorektor Hugo Hayoz gibt es Rundgänge und Bar- sowie Grillbetrieb. (mua)