Die WWZ baut den Energieverbund Circolago in Zug weiter aus

Das Wärme- und Kältenetz Circulago geht in eine weitere Etappe: Diesen Frühling soll im Metalli die erste Quartierzentrale den Betrieb aufnehmen – und auch die zweite Quartierzentrale im Gebiet Lüssi befindet sich bereits im Bau.

Laura Sibold
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Die Quartierzentrale am Lauriedhofweg wird unter der Erde gebaut, zu sehen sind aber bereits die Neubauten.

Die Quartierzentrale am Lauriedhofweg wird unter der Erde gebaut, zu sehen sind aber bereits die Neubauten.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 26. Februar 2020)

Um die Stadt Zug sowie das Gebiet Baar Süd künftig mit Wärme- und Kälteenergie aus dem Zugersee zu versorgen, treibt die WWZ Energie AG die Erstellung ihrer Circulago-Quartierzentralen mit Hochdruck voran. Voraussichtlich Anfang April soll die erste davon, die Quartierzentrale im Metalli, ihren Betrieb aufnehmen.

«Diese Zentrale dient unter anderem der Energieversorgung des Einkaufszentrums Metalli sowie der Gebäude zwischen Baarerstrasse und Eisenbahn und liefert zum anderen Wärme für den Bahnhof», erklärt WWZ-Mediensprecher Robert Watts. Dazu werden seit Herbst 2019 bis Ende Juli dieses Jahres Fernwärme- und Fernkälteleitungen westlich des Einkaufszentrums in den Boden verlegt – von der Quartierzentrale durch die Baarerstrasse und entlang der Gotthardstrasse bis zum Bahndamm.

Die Zentrale Grafenau folgt im Jahr 2021

Gestern haben die Arbeiten beim Bahnhof Zug auf der Höhe des Veloparkplatzes hinter der Zuger Kantonalbank gestartet. Dieser Veloparkplatz ist nun gesperrt und sämtliche Velos mussten umparkiert werden.

Velos wurden gezügelt

(ls) Wer gestern Nachmittag von der Baarerstrasse zum Bahnhof ging, hielt sich spätestens beim Veloständer hinter der Zuger Kantonalbank die Ohren zu. Bauarbeiter waren damit beschäftigt, Velos zu demontieren und stählerne Veloketten maschinell durchzuschneiden. Seit einigen Wochen werden Passanten mit Schildern darauf hingewiesen, dass sie ihre Velos ab 25. Februar umparkieren müssen. Getan hat das kaum einer – gestern Morgen war der Veloständer noch praktisch voll.
«Einige scheinen die Gelegenheit genutzt zu haben, ein altes Velo gratis zu entsorgen», vermutet ein Arbeiter. Die teils unbrauchbaren Velos mit Platten und rostigen Ketten scheinen ihm recht zu geben. Wer sein noch fahrbares Velo nun aber vermisst, sei getröstet: Die Velos wurden wegen der Bauarbeiten umparkiert und sind bei den Veloparkplätzen Bahnhof Gubelstrasse sowie Bahnhof Dammstrasse zu finden. Die Abstellplätze wurden vorübergehend auf die andere Seite des Bahnhofs verlegt, ab Mitte April steht derjenige bei der Kantonalbank wieder zur Verfügung.

«Die Etappe hinter der Zuger Kantonalbank wird bis Mitte April realisiert. Danach steht der Veloständer wieder normal zur Verfügung», erklärt Watts. Mitte/Ende März starte dann die nächste Etappe beim Veloparkplatz auf der anderen Seite hinter dem Gebäude der «Zuger Zeitung», dort werde der Abschnitt zwischen Gotthardstrasse und dem Hauptzugang zum Bahnhof bis Mitte Mai fertiggestellt. Als letzte Etappe soll dann der Anschluss an den Bahnhof Zug durch die Unterführung Glashof gebaut werden, auch dort werde eine Versorgungsleitung verlegt.

Die Arbeiten erfolgen werktags zwischen 7 und 17.30 Uhr und dauern bis Ende Juli. Robert Watts betont, dass man die Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler so klein wie möglich halten wolle.

«Fussgänger werden mittels gut sichtbarer Signalisationen der SBB umgeleitet», so Robert Watts.

Neben der Quartierzentrale Metalli befindet sich auch jene im Gebiet Lüssi am Lauriedhofweg bereits in Bau. Sie wird ihren Betrieb Anfang 2021 aufnehmen und dann unter anderem 16 Gebäude im Gebiet Haldenstrasse sowie einen Neubau der Wohnbaugenossenschaft Heimat mit ökologischer Energie aus dem Zugersee versorgen. Laut Watts werden derzeit Anschlussvarianten geprüft, um dereinst auch Gebiete wie das Loreto-Quartier an die Zentrale anzuschliessen. Die dritte Quartierzentrale in der Grafenau sei im Moment in Planung und solle ebenfalls im Jahr 2021 in Betrieb gehen.

Energie für Heizung, Warmwasser und mehr

Zudem hat die WWZ vor einem halben Jahr die Baubewilligung für die Verlegung von Leitungen in den Bahndamm Schleife erhalten und prüft diese Option noch immer. Bei den Leitungen, die in den Bahndamm Schleife verlegt werden könnten, handelt es sich um einen Teil des Hauptversorgungsstrangs Circulago-West. Dieser soll dereinst die Gebiete Herti, Gartenstadt, Unterfeld und Baar Süd mit Energie aus dem Zugersee versorgen.

Gemäss Angaben der WWZ sollen mit dem Energieverbund Circulago jährlich 25000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Die Hauptarbeiten für die Leitungen haben die WWZ in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Stadt Zug, die ihre Meteorwasserleitung Seapipe erstellte, realisiert. Die aus dem Zugerseewasser gewonnene Energie wird für Heizung, Warmwasser, Klimakälte und Serverraumkühlung verwendet werden. Bis in rund 20 Jahren sollen gemäss WWZ alle geplanten Gebiete angeschlossen sein.

Stadt Zug: Weitere Baustellen werden aufgelöst

Die Projekte Vorflutleitung und Circulago gehen zurzeit Hand in Hand. Bis Ende Woche werden die Arbeiten an zwei Kreuzungen entlang der Industriestrasse beendet. Trotz Fortschritten kommt es bei beiden Vorhaben zu Verzögerungen.
Laura Sibold