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Die Zecken-Gefahr ist auch im Kanton Zug real

Nach dem Rekordjahr 2018 hat die neue Zeckensaison begonnen. Da die Zahl der Stichmeldungen beim Bund in den letzten Jahren stetig angestiegen ist, ist auch in Zug Vorsicht geboten. Anzeichen eines Rückgangs gibt es nämlich bisher nicht.
Laura Sibold
Unter den Schildzecken spielt der Gemeine Holzbock im Kanton Zug die wichtigste Rolle. (Bild: Manfred Ruckszio/Fotalia, 31. März 2017)

Unter den Schildzecken spielt der Gemeine Holzbock im Kanton Zug die wichtigste Rolle. (Bild: Manfred Ruckszio/Fotalia, 31. März 2017)

Der Frühling lockt zurzeit viele Zugerinnen und Zuger nach draussen. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte vorsichtig sein, denn: Seit März sind Zecken wieder besonders aktiv und nach dem Rekordjahr 2018 deutet vieles darauf hin, dass auch 2019 ein regelrechtes Zeckenjahr wird. So hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Anfang Februar die Risikogebiete für Zeckenbisse auf die gesamte Schweiz ohne die Kantone Genf und Tessin ausgeweitet.

In den vergangenen Jahren kam es schweizweit zu einem deutlichen Anstieg der Anzahl Zeckenstiche. Besonders 2018 nahmen laut BAG die Meldungen betreffend Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose zu. Beide Krankheiten können durch Zeckenstiche übertragen werden (siehe Infobox). Die FSME-Fälle erreichten im vergangenen Jahr in der Schweiz mit 377 Fällen sogar eine Rekordhöhe. Im Kanton Zug wurden 2018 drei FSME-Fälle gemeldet, im laufenden Jahr bisher keiner.

Grundversicherung trägt die Impfkosten

Obwohl sich die diesjährigen BAG-Hochrechnungen zu Zeckenstichen und Borreliose bisher im Mittel des mehrjährigen Vergleichs bewegen, ist damit zu rechnen, das sie steigen werden. Da sich mehr Menschen im Zeckengebiet bewegen und sich Zecken infolge der Klimaerwärmung weiter ausbreiten, ist die Tendenz der Zeckenstiche steigend.

Die Krankheiten

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose werden durch den Stich einer infektiösen Zecke übertragen. Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit und wird durch ein Bakterium ausgelöst. Von Personen mit einem Zeckenstich erkranken aber nur 0,3 bis 1,4 Prozent daran. Die FSME wiederum verursacht grippeähnliche Symptome, Fieber und bei einem Teil der Patienten eine Hirnhautentzündung.

Dies bestätigt der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri. Anzeichen eines Rückgangs gebe es bisher nicht, auch der gesamte Kanton Zug gelte als Zecken-Risikogebiet. «Zecken halten sich nicht an Gemeindegrenzen. Sie kommen allgemein in Wäldern, vor allem in üppigem Unterholz, aber auch in hohem Gras und Naturgärten vor. Gerade deshalb ist in Kanton Zug bei jedem Waldbesuch Vorsicht geboten.»

Daher werde für alle Bewohner eine FSME-Impfung empfohlen. Das ist eine Dreifachimpfung, die alle zehn Jahre einmalig aufgefrischt werden muss und beim Haus- oder Kinderarzt durchgeführt werden kann. Die Kosten werden von der Grundversicherung übernommen. «Da Zecken aber auch Krankheiten wie die Lyme-Borreliose übertragen können, gegen die es keine Impfung gibt, empfehlen sich allgemeine Schutzmassnahmen», führt Hauri aus.

Sich und die Kleider untersuchen

Es lohne sich, gut abschliessende Kleidung zu tragen und Unterholz zu meiden. Hilfreich seien zudem Schutzmittel für die Haut und Insektizide für die Kleider. Nach der Heimkehr wird empfohlen, sich und seine Kinder auf Zecken zu untersuchen. Bei einem Stich ist darauf zu achten, dass die Zecke vollständig aus der Stichstelle entfernt wird. Falls das nicht klappt, man nicht sicher ist, ob die Zecke ganz entfernt wurde, oder um die Einstichstelle herum Rötungen auftreten, sollte man den Hausarzt aufsuchen. «Stellt der Arzt eine Infektion mit Borrelien fest, lässt sich die Übertragung in den ersten Wochen noch erfolgreich antibiotisch behandeln», erklärt Rudolf Hauri.

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