Die Zeichen stehen gut: Mit Zug 94 geht es wieder aufwärts

Der Erstligist Zug 94 hat sich führungsmässig und sportlich neu aufgestellt.

Martin Mühlebach
Drucken
Teilen

Die 1. Mannschaft von Zug 94 ist beinahe optimal in die Erstligasaison 2020/2021 gestartet. Nach der durchaus vermeidbaren 1:3-Startniederlage gewann das Team von Trainer Vural Oenen, der im vergangenen Winter den glücklosen Ergün Dogru – mit nur 5 Punkten aus der gesamten Vorrunde der Saison 2019/2020 – abgelöst hat, das schwere Auswärtsspiel gegen Delémont mit 1:0 Toren. Das Selbstvertrauen wuchs. In der Folge gewann Zug 94 das Heimspiel gegen Muttenz mit 3:0-Toren und am vergangenen Samstag wurde Buochs auswärts mit 0:1-Toren besiegt.

Mit insgesamt 9 Punkten aus den bisherigen vier Partien haben sich die Stadtzuger Fussballer in der Tabelle auf den vorderen Tabellenrängen etabliert. An der am vergangenen Donnerstag im Zuger Burgbachsaal stattgefundenen Generalversammlung, wurde offensichtlich, weshalb dieser erhoffte, aber keinesfalls selbstverständliche Aufwärtstrend zustande kam. In der Winterpause machten sich verschiedene Leute um Vizepräsident Christian Volkart die Mühe, Zug 94 wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen. Um die Vereinsschulden senken zu können und die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen, wurden sämtliche Spielerverträge gekündigt. Daraufhin verliessen 14 Akteure den Verein. Dem neu ernannten Sportchef Besnik Reci und Trainer Vural Oenen gelang das Kunststück, aus vielen neuen, bedeutend günstigeren Spielern, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen.

Neuer, erweiterter Vorstand

Dem Team um Christian Volkart gelang es überdies, wichtige Massnahmen auf der Kostenseite zu veranlassen. Grosse Einsparungen bei der Geschäftsstelle, der Verzicht einiger Trainer auf ihre Saläre, finanzielle Unterstützung durch den Kanton und die Stadt Zug und ein Bundesdarlehen zur Sicherung der Liquidität führten dazu, dass Zug die vergangene Saison mit einem Gewinn in der Höhe von knapp 3000 Franken abschliessen und die Vereinsverschuldung auf nunmehr 30'000 Franken zu senken vermochte.

Schliesslich entschied der neu erweiterte Vorstand, das Stadionrestaurant in Zukunft selbst zu führen. Die Stadt Zug hat im Sommer diverse Renovationsarbeiten durchgeführt, und um einen Teil der neuen Einrichtung finanzieren zu können, gründete Zug 94 ein Crowdfunding. Die UEFA-erprobte Doris Keller, die im nun erweiterten Vorstand die Geschäftsleitung innehat, bedankt sich für die grossartige Unterstützung durch die langjährigen Partnern – Brauerei Baar, Glencore, Ochsner Sport und Top CC. «Sie sind wichtig für uns», so Keller, «zumal wir noch immer ohne einen Hauptsponsor auskommen müssen.»

So sieht der Vorstand von Zug 94 aus

Aydogan «Aydo» Cilingir (Präsident). Christian Volkart (Vizepräsident). Biagio Campisi (Juniorenobmann). Kilian Borter (Kommunikation). Ralf Boom (Finanzen). Patricia Aschwanden (Events). Ahmet Ibranovic (Spiko). Besnik Reci (Sportchef). Doris Keller (Geschäftsleitung). 

Varia und verdiente Ehrung

Unter Varia stellte ein Juniorentrainer den Antrag, den Jahresbeitrag der Aa- und Ba-Junioren von 550 Franken auf 450 Franken zu senken. Nach mehrmaligen Abstimmungen wurde der Antrag abgelehnt, zumal Jurist Stefan Koller – ein ehemals langjähriges Vorstandsmitglied – beschied: «Ein solcher Antrag bedarf einer Statutenänderung.» Zudem stellt sich die Frage, ob ein diesbezüglicher Antrag angesichts der Bemühungen des Vorstands, Zug 94 auch finanziell wieder auf gesunde Beine zu stellen, nicht fehl am Platz ist.

Umso erfreulicher als die lang anhaltende Diskussion um die Reduzierung des erwähnten Jahresbeitrags, war die Ernennung von Paul «Pablo» Etter zum Ehrenmitglied.

Mehr zum Thema