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Die letzte Sportkegelmannschaft des Kantons Zug kämpft um Titel

Am Samstag beginnen die Schweizer Kegelmeisterschaften im Berner Oberland. Der Kanton Zug ist mit einem Klub vertreten. Dieser kämpft gegen die Überalterung – und gegen Klischees.
Raphael Biermayr
Anlagen wie diese in der Kegelsporthalle Allmend, Luzern, werden immer rarer. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 18. Januar 2018))

Anlagen wie diese in der Kegelsporthalle Allmend, Luzern, werden immer rarer. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 18. Januar 2018))

Das Beizensterben ist in aller Munde, das damit einhergehende Kegelbahnsterben hingegen kaum. Das sagt viel über den Stellenwert dieses einst sehr beliebten Freizeitvertreibs aus, der von manchen – durchaus ernsthaft – als Sport betrieben wird. Zum Beispiel von Franz Aregger. Der 63-jährige Chamer ist Präsident des Kegelklubs Zugerland, der 1981 in seinem Beisein gegründet wurde und der einzige im Kanton ist. Er ist im Gasthof Breitfeld in Rotkreuz ansässig.

Am Samstag beginnen in Heimberg bei Thun die Schweizer Meisterschaften. Sie erstrecken sich über fünf Wochen und umfassen mehrere Wettkämpfe: Die Kantone treten genauso gegeneinander an wie die Einzelspieler der jeweiligen Klubs. Deren Ergebnisse bestimmen letztlich die Klubwertung. Schweizer Meister gibt es darüber hinaus mehrere, weil es in allen Wettkämpfen unterschiedliche Stärkeniveaus gibt. Der KK Zugerland gehört zur höchsten Kategorie A, der Kanton Zug hingegen zur zweithöchsten Kategorie B. Franz Aregger hat mehrere Aufstiege mit dem Kanton erlebt. Heute ist er froh, wenn er überhaupt zum Kantonsvergleich antreten kann: Eine Mannschaft umfasst fünf Spieler, mehr stehen den Zugern dieses Jahr auch nicht zur Verfügung – Absenzen. «Vor vier Jahren konnten wir nicht starten, da kurz vor dem Wettkampf ein Spieler erkrankte», erinnert sich Aregger an einen Tiefpunkt.

Konzentration ist gefragt

Kegeln – darunter stellen sich manche einen rauchgeschwängerten, bier- und mostsäuerlich riechenden, düsteren Raum vor, in dem alte Männer sich abmühen und dabei geheimnisvolle Begriffe verwenden. Tatsächlich hat der Kegelsport ein Nachwuchsproblem, wie Aregger bestätigt. Bestrebungen, dem entgegenzuwirken, seien im Gang, «aber es ist schwierig». Der Klubpräsident verwahrt sich jedoch gegen das erwähnte Klischee der ausschweifenden Geselligkeit beim Kegeln. «Die Zeiten von Stumpen und Bier in rauen Mengen sind längst vorbei. Wer auf einem gewissen Niveau kegeln will, muss den Kopf beisammen haben und während des Wettkampfs von bis zu 45 Minuten konzentriert bleiben», stellt er klar.

Nicht nur die geistige Fitness entscheidet über Erfolg und Misserfolg, hört man den begeisterten Ausführungen von Franz Aregger zu. Auch die Bedingungen spielt eine Rolle. Es gebe beispielsweise feine oder raue Bahnen, die mit unterschiedlichem Tempo gespielt würden. Ausserdem ist es vorgeschrieben, mit den Kugeln des jeweiligen Veranstalters zu spielen. Die vier Bahnen in Heimberg – gespielt wird stilecht im «Rössli» – lägen den Akteuren des KK Zugerland nicht. Sie treten mit dem Druck an, in der laufenden Saison die stärkste Mannschaft ihres Unterverbands (Seetal-Habsburg) zu sein, sie sind also das regionale Aushängeschild.

Dennoch wird es kaum einer von ihnen an den Finaltag der besten 20 Kegler schaffen, sagt der Routinier Aregger offen. Das Ziel im Klubwettkampf sei die Auszeichnung, die die Hälfte aller Teilnehmer erhalten. Bei den Einzelspielern sei der Kranz wohl das Höchste der Gefühle. 30 Prozent der Teilnehmer – über alle Kategorien hinweg sind rund 1200 gemeldet – erhalten einen solchen. Apropos Kranz: Dieser Begriff gehört zu den Insiderbegriffen, die für ein besonderes Kegelbild nach einem Wurf stehen und mehr Punkte geben. An den Schweizer Meisterschaften hält man es hingegen einfach: «Bei uns zählt, was fällt», sagt Franz Aregger.

Der Gegner wird nicht beeinflusst

Unkompliziert ist nicht nur die Zählweise, sondern auch der Umgang der Spieler untereinander. Rivalität gebe es sehr wohl, aber nur in gesunder Ausprägung, erklärt Aregger. Fairness sei ein hohes Gut auf der Kegelbahn, Mätzchen gebe es keine. Nicht einmal ein vermeintlich unabsichtliches Husten während des entscheidenden Wurfs des Gegners? «Nichts dergleichen», sagt Aregger. Er hat schon als Jugendlicher mit Kegeln begonnen, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Fussball spielen gekonnt hatte. Aus der langen Zeit als Kegler seien ihm jahrzehntelange tiefe Freundschaften erwachsen. Diese werden halten – unabhängig vom Kegelbahnsterben.

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