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Die Zuger Dreckschleudern werden zum Politikum

Die SP hat einen Vorstoss zu den Motorfahrzeugen eingereicht.
Laura Sibold
Der Kanton Zug hat die zweithöchste Zunahme an Motorfahrzeugen der Schweiz. (Bild: Maria Schmid, Zug, 30. Oktober 2019)

Der Kanton Zug hat die zweithöchste Zunahme an Motorfahrzeugen der Schweiz. (Bild: Maria Schmid, Zug, 30. Oktober 2019)

Der Kanton Zug liegt im nationalen Vergleich bezüglich CO2-Ausstoss und Treibstoffverbrauch an der Spitze. In keinem anderen Kanton verbrauchen die Neuwagen mehr Treibstoff und haben höhere CO2-Emissionen, wie Zahlen des Bundesamtes für Energie zeigen. Darüber hinaus belegen Zahlen des Bundesamtes für Verkehr (Astra), dass Zug schweizweit die zweithöchste Zunahme an Motorfahrzeugen hat. Der Grund dafür liegt primär im überdurchschnittlichen Wachstum von Bevölkerung und Arbeitsplätzen. Wegen der hohen Kaufkraft haben sich in Zug zudem viele Einwohner ein Allradfahrzeug zugelegt – diese Zahl ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Die Zuger Dreckschleudern werden nun zum Politikum: Die SP-Fraktion hat Ende Oktober beim Regierungsrat eine Interpellation betreffend Dreckschleudern auf Zuger Strassen eingereicht. Damit wolle man sprichwörtlich die Lage sondieren, betont Kantonsrat Hubert Schuler (SP/Hünenberg). «Uns geht es darum, zu sehen, wie weit die Regierung für das Thema sensibilisiert ist und welche Lösungsansätze präsentiert werden», so Schuler. Der Hinweis des Baudirektors im Artikel dieser Zeitung, dass die Bevölkerung des Kantons Zug auch am meisten ÖV-Abonnements und Fahrräder besitze, sei eher eine Augenwischerei als ein konkreter Lösungsansatz.

Motorfahrzeugsteuern als Kontrollmechanismus

Aus diesem Grund will die SP-Fraktion wissen, ob der Regierungsrat den Trend zu immer mehr klimaschädigenden Fahrzeugen als Problem sieht und ob gehandelt werden muss, um diesen Trend zu stoppen. Darüber hinaus vermisst die SP-Fraktion Zahlen zu den Motorfahrzeugsteuern und fragt deshalb, wo der Kanton Zug im Vergleich mit den anderen Schweizer Kantonen bei der Höhe der Motorfahrzeugsteuern liegt.

Hubert Schuler betont, dass der Handlungsspielraum auf kantonaler Ebene relativ eng sei. Einzig über die Motorfahrzeugsteuern könne man die erwähnten Aspekte teilweise steuern. Aus diesem Grund möchte die SP-Fraktion auch in Erfahrung bringen, wie der Regierungsrat zu höheren Motorfahrzeugsteuern für klimaschädliche Autos steht. «Je nach Antworten der Regierung wäre eine Motion zum Thema denkbar, konkret zur Erhöhung der Motorfahrzeugsteuern», sagt Schuler.

Bund und Kanton weisen andere Zahlen aus

Die Baudirektion hat derweil Zahlen des Strassenverkehrsamts Zug nachgereicht, welche sich nicht mit jenen des Astra decken. Dies, weil das Bundesamt für Statistik (BFS), die Zahlen nach dem Wohnortprinzip des Halters publiziere, was zu irrtümlichen Annahmen verleiten könne. Genannt wird als Beispiel die Carsharing-Firma Mobility. Mobility wechselte seinen Firmensitz 2018 von Luzern nach Rotkreuz. Mit diesem Umzug seien rund 2800 Mobility-Fahrzeuge vom Kanton Luzern nach Zug «mitgezügelt». Dies habe sich, so die Baudirektion, in der Statistik des BFS und des Astra niedergeschlagen. Demnach weisen die beiden Bundesstellen für den Kanton Zug von 2017 auf 2018 ein Wachstum an Fahrzeugen von 6,59 Prozent aus. Gemäss den Zahlen des Zuger Strassenverkehrsamts waren nur 1,41 Prozent mehr Fahrzeuge im Kanton Zug eingelöst als im Vorjahr.

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