Die Zuger Fasnacht startet formidabel

Petrus muss die fünfte Jahreszeit lieben. Denn dank perfekten Temperaturen bleibt der diesjährige Schmudo in bester Erinnerung.

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Fasnächtler bei der Konfettischlacht. (Bild: Werner Schelbert / Neue LZ)

Fasnächtler bei der Konfettischlacht. (Bild: Werner Schelbert / Neue LZ)

Mit einem lauten Knall hat gestern Morgen um 5 Uhr die Chesslete auf dem Landsgemeindeplatz begonnen. Bereits zum 34. Mal organisiert die gleichnamige Vereinigung schwerpunktmässig den ersten Tag der Fasnacht – den Schmutzigen Donnerstag. Was in Luzern Urknall heisst, wird in Zug bescheiden Tagwache genannt. Tagwache sei bekanntermassen nicht ihre Stärke, sagt Lezibuzäli-Prinzessin Lucia Wicki und bekennt: «Freiwillig wäre ich nicht aufgestanden. Aber – es hat sich auf alle Fälle gelohnt.»

Tolle Stimmung

Tatsächlich ist der Platz in Zugs Altstadt, wo an Samstagen oft ebenfalls zu früher Stunde frisches Gemüse und Früchte verkauft werden, gerangelt voll. Es hat viele Junge, und es herrscht eine Riesenstimmung. «Wohl auch dank der milden Temperatur», wie sich Chesslete-Präsident Jascha Hager überzeugt zeigt. «Denn mit der Kälte der letzten Woche wäre es die Hölle gewesen.»

Nach dem «Familie-Zmorgä» im Foyer des Rathauses oder einem Kaffee in einem der umliegenden Restaurants nehmen die Guggenmusiger das Metalli in Beschlag. Dort folgt nämlich Auftritt um Auftritt. Der Lebuzenprinz besucht derweil mit seiner Entourage die Stiftung Maihof. «Eindrücklich, wie Pfleger und Bewohner sich verkleidet haben und wie viel Freude ihnen unser Besuch bereitet hat», erzählt Prinz André I., im richtigen Leben Bauchef der Stadt. Der Boden ist letztlich zentimeterhoch mit Konfetti überdeckt, und Wicki scherzt am anschliessenden Apéro im Bauamt: «Bis am Dienstag werden alle Baubewilligungen erteilt und sämtliche Beschwerden abgewiesen.»

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Die Manta Gang auf Einkaufstour.
Die Manta Gang will in die Coop Filiale beim Bundesplatz einkaufen.
Die Manta Gang auf Einkaufstour.
Die Manta Gang auf Einkaufstour.
Die Manta Gang will in die Coop Filiale beim Bundesplatz einkaufen.
Die Baarar Belcantos an der Chesslette.
Die Baarar Belcantos an der Chesslette.
Bild: Neue ZZ

Magische Konfetti

Nach dem Umzug folgt der erste Höhepunkt der Chesslete – zumindest für Konfettifetischisten. Denn die Lebuzen orchestrieren auf dem Bundesplatz die Konfettischlacht. Gebannt starrt die Menge vornehmlich auf das Dach des CoopCity-Gebäudes. Viele Kinder und Frauen kreischen aus Freude und Übermut, als die ersten Papierschnitzel herunterfallen. Bald prasselt ein Konfettiregen hernieder – zwischendurch saust gar ein voller farbiger Sack in den Haufen der Fasnächtler. «Viel zu früh» ist für einen kleinen Jungen «das Beste an der Fasnacht» vorbei. Er schickt sich – wie viele andere Knirpse – an, die Konfetti zusammenzuscharren und sein Depot im Plastiksack wieder aufzufüllen. Fast nahtlos geht es weiter im Bahnhof: «Fiirabigmusig» nennen die Macher die Guggen-Konzerte, die bis 19 Uhr auch viele Reisende in ihren Bann ziehen. Das Ganze ist so eine Art Auftakt zum grossen Schlussakt. Denn pünktlich um 20 Uhr geht es an vier Orten in der Altstadt los. Mit Guggenmusig bei Chesselwy nähert sich um 2 Uhr in der Nacht der diesjährige Schmutzige Donnerstag langsam seinem Ende zu.

Charly Keiser

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