Die Zuger Industriegeschichte geht online

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens hat der Verein Industriepfad Lorze zwei Projekte umgesetzt.

Andreas Faessler
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Der Verein Industriepfad Lorze fokussiert sich auf die Geschichte von Zugs Industrie. Unser Bild zeigt die Waschherdfabrikation in einer Halle der nachmaligen V-Zug anno 1930.

Der Verein Industriepfad Lorze fokussiert sich auf die Geschichte von Zugs Industrie. Unser Bild zeigt die Waschherdfabrikation in einer Halle der nachmaligen V-Zug anno 1930.

Bild: PD/Verein Industriepfad Lorze

Die Entwicklung des Zugerbiets ab Mitte des 19. Jahrhundert von einer bitterarmen Bauernregion zum am stärksten industrialisierten Kanton der Schweiz ist beispiellos. Dieser regionalgeschichtlichen Thematik widmet sich der Verein Industriepfad Lorze (IPL), welcher seit 1995 entlang des Flusses über 30 Kilometer hinweg mit einer Vielzahl an Schautafeln die Industriegeschichte des Kantons Zug anschaulich aufzeigt. Auch der seit 2008 bestehende Industriepfad Zug, eine «kleine Schwester» des IPL, wird vom Verein unterhalten.

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens hat der Verein IPL zwei Projekte umgesetzt, welche einen wichtigen Eckpunkt in der Vereinsgeschichte darstellen: zum einen ist die Online-Plattform «Industriegeschichte Zug» entstanden. Unter www.industriegeschichte-zug.ch sind derzeit rund 260 Einträge aufgeschaltet, die detailliert unterschiedliche Themen und Aspekte im Kontext mit der Geschichte von Zugs Industrie beleuchten: Text- und Bildbeiträge zu Persönlichkeiten, Bauwerken, Gewerbezweigen und weitere unterschiedlichen Subkategorien machen das vielschichtige Thema bis ins Mittelalter zurück greifbar, verständlich formuliert mit Verweisen zu weiterführende Quellen.

Sammlung wird öffentlich zugänglich

Die Plattform hat gar interaktiven Charakter, indem die Nutzerschaft angehalten ist, eigenes Wissen oder gar eigens verfasste Texte der Redaktion zukommen zu lassen, um das digitale Angebot zu ergänzen und zu erweitern. Die Redaktionskommission setzt sich zusammen aus dem ehemaligen Denkmalpfleger des Kantons Zug Heinz Horat, den beiden Historikern Florian Horschik und Klaus Rüdiger sowie dem ehemaligen Bibliothekar Heinz Morf.

Zum anderen macht der IPL seine Sammlung von Zuger Industrieprodukten und -objekten erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Exponate sind seit Gründung des Vereins kontinuierlich angehäuft worden, zum Inventar gehören auch Ergänzungsobjekte der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich. Ulrich Straub, Präsident des Vereins Industriepfad Lorze, würdigt das Depot mit Sammlungsgut aus den vergangenen 130 Jahren:

«Vermutlich handelt es sich gar um die weltweit bedeutendste Sammlung von elektrischen Apparaten im Bereich Regelung, Steuerung und Messung.»

Die Sammlung ist 2018 erweitert worden durch eine grosse Anzahl repräsentativer elektrischer Apparate der vormals wärmetechnischen Abteilung der Landis + Gyr. Zahlreiche weitere Exponate stammen aus Betrieben, welche für die Industriegeschichte des Kantons Zug von grosser Bedeutung sind.

Am 25. September wird das Schaulager eröffnet

Die ganze, bisher an mehreren Orten aufbewahrte Sammlung wird ab Anfang September im Zuger Depot Technikgeschichte (ZDT) in Neuheim als Bestandteil desselben anschaulich präsentiert. Das ZDT versteht sich weder als Museum, noch als Lagerhaus im Allgemeinen Sinne. Aufbewahrt werden hier historische Fahrzeuge sowie Gegenstände und Dokumente von Vereinigungen aus dem Umfeld von Feuerwehr, Industrie, Militärgeschichte, Militär-Motorfahrern und öffentlichem Verkehr, um sie einerseits der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Andererseits werden sie teils noch immer verwendet. Am 5. September wird das «Schaulager Zuger Industrieobjekte» anlässlich der 25. Generalversammlung des IPL und des «Tages der offenen Tore» feierlich eröffnet. Nach einem Eröffnungs-Festakt kann die Sammlung und das gesamte ZDT frei besichtigt werden.

Weitere Informationen unter www.industriepfad-lorze.ch, unter www.industriegeschichte-zug.ch und unter  www.zdt.ch.