Die Zuger Regierung verteidigt das Busangebot in Neuheim

Der Regierungsrat hat die Kleine Anfrage zum Thema Busverbindungen beantwortet.

Raphael Biermayr
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Die Buslinie 31/32 fährt vom Bahnhof Baar nach Neuheim Dorf.

Die Buslinie 31/32 fährt vom Bahnhof Baar nach Neuheim Dorf.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 18. März 2020)

Der Regierungsrat hat eine Kleine Anfrage des Neuheimer Kantonsrats Emil Schweizer beantwortet. Darin begründet er die Reduktion der Kurse der Linie 31 von und nach Sihlbrugg mit der Einführung der Linie 32 über den Baarburgrank. Das Angebot sei dadurch «sowohl attraktiver als auch produktiver», zumal man dank der Linie 32 acht Minuten schneller am Bahnhof Baar sei.

Der SVP-Kantonsrat ist von den Antworten nicht überrascht. In der Antwort des Regierungsrats wird der tagsüber herrschende Verzicht auf die sihlseitige Busstrecke und damit auch auf die Haltestellen Tal und Sarbach beim Industriegebiet als «Wermutstropfen» bezeichnet. Dieses Wort stösst Emil Schweizer sauer auf. «Diesen Kahlschlag in der Linie 31 bezeichne ich schlichtweg als Affront gegenüber den Personen, die dort leben und arbeiten.» Er geht noch weiter und benutzt einen im Zusammenhang mit den Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus jüngst häufig gehörten Begriff bewusst auch in diesem Zusammenhang: «Ich halte dieses Vorgehen seitens der Regierung für unsolidarisch, auch Minderheiten sollten an den ÖV angebunden sein. Es ist ja nicht so, dass diese Gegend abgelegen ist und so einen grossen Mehraufwand für die ZVB bedeutet.»

Schweizer sei «enttäuscht, dass es von Seiten der Regierung kein Entgegenkommen gibt». Zwar ist von ihm und dem Menzinger Kantonsratskollegen Karl Nussbaumer (SVP) noch ein Postulat in dieser Sache hängig. Wirklich an einen Erfolg in Form eines zeitnahen Ausbaus der Linie 31 glaubt der Neuheimer allem Anschein nicht mehr, zumal Änderungen ohnehin erst für den Fahrplan 2022/23 umgesetzt werden könnten, wie ihn der Regierungsrat wissen lässt.

Emil Schweizer wiederholt seinen schon früher geäusserten Vorwurf, dass der Gemeinderat eine Mitverantwortung an der Situation habe. Jener hätte sich zu wenig mit den Änderungen bei der Buslinie 31 auseinandergesetzt und sich von den Vorteilen der neuen Linie 32 blenden lassen. Der zuständige Gemeinderat Roger Bosshart (FDP) erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass man die Nachteile erst in der Praxis festgestellt habe und man sich für Verbesserungen einsetzen werde.